Forderungen zu öffentlichen Netzen

WLAN Netze und Verbraucherschutz
Alle freien Netze in den Kommunen werden z.Zt. auf Basis lizenzfreier WLAN-Standards erstellt. Obwohl wir sehr viel über das Schädigungspotenzials der WLAN-Strahlung bei Leistungsflussdichten weit unterhalb der Grenzwerte wissen, wird weiter ausgebaut. Da wir von diagnose:funk diese Auswüchse allein nicht aufhalten können, stellen wir hierzu Reformforderungen auf, die technisch leicht umsetzbar sind. Folgende Bedingungen für den Immissionsschutz sind bei jedem Internetangebot im öffentlichen Raum zu beachten.
Femtozelle in St. Gallen Bild: Jörn Gutbier - diagnose:funk

Immissionsschutz an der Quelle

  • Die Netzplanung endet an der Hauswand

  • Access-Points an Gebäuden montiert, sind zum Innenbereich hin abgeschirmt – die Strahlung ist auf den Außenbereich gerichtet

  • Jeder Haushalt muss an schnelles Breitband angeschlossen werden (Glasfaser, Kupfer- oder Koax-Kabel), um nicht auf von außen eingestrahlte Breitbandangebote angewiesen zu sein
  • Router werden leistungsgeregelt betrieben
Femtozelle in St. Gallen (2) Bild: Jörn Gutbier - diagnose:funk

WLAN muss weiterentwickelt werden

Solange WLAN der einzige Mobilfunkstandard ist, der Lizenzfrei benutzt werden kann und den i.d.R. alle Endgeräte beherrschen, muss dieser in Richtung Immissionsschutz und biologische Verträglichkeit weiterentwickelt werden, bzw. sind vorhandene immissionsminimierende IEEE-Standards anzuwenden.

  • leistungsgeregelte Router und Endgeräte
  • Abschaltung bei Nichtnutzung und Aktivierung durch Endgeräte (ECO-WLAN)
  • keine kritischen Standby-Signale mit 10 Hz-Taktung
  • Nutzung höherer Frequenzen für geringere Durchstrahlungseigenschaften

Neue WLAN-Standards

Hier ein Beispiel wie der WLAN-Standard (in dem Fall für den Zimmerfunk) weiter entwickelt wird und welche Fragen gleichzeitig ungeklärt sind:

Der neueste WLAN-Standard IEEE 802.11ad arbeitet bei 60 GHz, die Strahlung verhält sich hier bereits "quasi" optisch - opake Bauteile werden i.d.R. nicht mehr durchstrahlt - Nachbarschaftsschutz kann damit weitgehend gewährleistet werden.

Unbekannte Probleme dabei: Es gibt keine einzige Studie zu biologischen Auswirkungen der 60 GHz Strahlung. Das Signal ist mit bis zu 1.760 MHz extrem breit. Generell wird vermutet, dass höhere Bandbreite auch die Wahrscheinlichkeit für biologische Effekte erhöht - als einer von mehreren Parameter der Beurteilung: Umso breiter das Signal, umso eher kann es zu Resonanzeffekten in biologischen Systemen kommen.