Video GHS Zülpich: Rektorin erläutert Smartphone-Verbot

Schulen handeln, weil es um die Kinder geht, während Ministerien Probleme weiter akademisch zerreden
An der Gemeinschaftshauptschule Zülpich gilt seit dem neuen Schuljahr eine Smartphone-Regelung, die beispielhaft ist. Die Rektorin Frau Türk erläutert das Konzept im Interview. Lehrer und Eltern handeln, weil sie nicht zusehen wollen, wie tagtäglich die Kinder den Risiken digitaler Medien ausgeliefert sind. Während in Gremien der Bundesregierung Professoren darüber akademische Diskussionen führen, welche Risiken nun wirklich „evidenzbasiert“ seien, in Bildungsministerien darüber fabuliert wird, was juristisch an Restriktionen möglich sei oder nicht, und Monat für Monat verstreicht, handeln Schulen. Denn für sie ist die Praxis das Kriterium der Wahrheit.

"Zum kommenden Schuljahr tritt an unserer Schule eine neue Regelung zum Umgang mit Smartphones in Kraft. In diesem Interview stellt sich unsere Schulleiterin Frau Türk den wichtigsten Fragen zu den anstehenden Änderungen. Alle genaueren Informationen wurden den Schülerinnen und Schülern, sowie den Eltern und Erziehungsberechtigten bereits in einem Brief mitgeteilt. Für mehr aktuelle Informationen zu unserem Schulalltag folgt uns auch auf Instagram unter @ghs.zuelpich. (Youtube-Text)"

  • 0:00 Wieso haben Sie sich für ein Handyverbot entschieden?
  • 1:24 Wo auf dem Gelände gilt das Verbot?
  • 1:56 Für wen gilt die neue Regel?
  • 2:17 Gibt es Ausnahmen?
  • 2:56 Warum war das Verbot notwendig?
  • 4:09 Was wollen Sie den Schülerinnen und Schülern sagen?
  • 4:54 Wird es irgendwann Lockerungen geben?
  • 5:28 Welche Alternativen gibt es in den Pausen?
Screenshot GHS Zülpich

Handykonzept der GHS Zülpich 

Stand: Juli 2026

1. Neuerung

Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 tritt eine neue Smartphone-Regelung an der Schule in Kraft. Diese sieht vor, dass Smartphones den gesamten Schultag über – auch in allen Pausen und auf dem Weg zur Sporthalle – ausgeschaltet im Schulranzen verbleiben müssen.

2. Medienbildung als Auftrag der Schule

Medienbildung ist ein Auftrag der Schule und in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft von großer Bedeutung. Diesem Auftrag möchten wir in unterschiedlichen schulischen Settings gerecht werden. Unsere iPad-Koffer bieten die Möglichkeit, digitales Arbeiten zu erlernen und Inhalte im Internet kritisch zu hinterfragen. Auch das Smartphone wird mit all seinen Möglichkeiten im Unterricht thematisiert – vor allem als Arbeitsmittel. Im Vordergrund stehen dabei ein kritischer Blick auf die Gefahren im Internet sowie der Schutz persönlicher Daten, aber auch der Kompetenzerwerb im Umgang mit Tablets und Computern als technische Arbeitsmittel. Die langjährige Zusammenarbeit mit der Polizei und ein Elternabend zu diesem Thema sind nur zwei Bausteine unseres Medienkonzepts.

3. Ziel

Die Neuregelung soll die Konzentration der Schülerinnen und Schüler erhöhen und dadurch bessere Leistungen im Unterricht unterstützen. Die Reizüberflutung durch eine ständige Nachrichtenflut kann Stress verursachen und lenkt vom Unterricht ab. Zudem sollen die sozialen Kontakte in den Pausen gefördert werden, da mehr Zeit für Spiel, Gespräche und persönliche Begegnungen bleibt. Auch der Schutz der Privatsphäre soll gestärkt und die Schule als geschützter Raum erfahrbar werden – dies kommt auch dem friedlichen Miteinander im Schulalltag zugute. Digitale Endgeräte sollen in der Schule vorrangig als Arbeitsmittel wahrgenommen werden.

4. Erreichbarkeit

Sollten Eltern ihre Kinder am Vormittag in dringenden Fällen erreichen müssen, besteht die Möglichkeit, im Sekretariat anzurufen oder eine E-Mail an Frau J. oder Frau H. zu senden.

5. Konsequenzen bei Verstößen

Hält sich eine Schülerin oder ein Schüler nicht an die Regelung, wird das Handy – wie bisher üblich –eingezogen und am Ende des Schultages zurückgegeben, an AG-Tagen frühestens um 13:15 Uhr. Bei wiederholten Verstößen werden die Eltern per E-Mail informiert und gebeten, das Handy persönlich in der Schule abzuholen.

Sollte sich das Handynutzungsverhalten bei einzelnen Schülerinnen und Schülern dennoch nicht ändern, behält sich die Schule weitergehende erzieherische Maßnahmen im Rahmen der geltenden schulrechtlichen Bestimmungen vor, sowie die Durchführung von Ordnungsmaßnahmen nach § 53 Schulgesetz NRW (SchulG).

Quelle: https://www.hauptschule-zuelpich.de/handykonzept

Publikation zum Thema

Bild:diagnose:funk
1. Auflage 2025Format: A5Seitenanzahl: 32, Preis 2,50 Euro (Mitglieder 1,50 Euro) Veröffentlicht am: 30.09.2025 Bestellnr.: 105Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Ratgeber 5: Kinder und Jugendliche in digitalen Zeiten - stark und selbstbestimmt

So fördern Sie die gesunde Entwicklung Ihres Kindes
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Inzwischen zweifelt niemand mehr: Smartphones und soziale Medien können Kindern und Jugendlichen massiv schaden. Was können Eltern und Schulen tun? Eine pädagogische Herausforderung. Sie ist lösbar. Kurz, konkret und verständlich hilft dabei unser neuer Ratgeber. Der Ratgeber zeigt auf, warum Kinder in erster Linie vielfältige analoge Erfahrungen brauchen – Bewegung, Natur, kreative Aktivitäten und echte soziale Begegnungen. Digitale Medien können diese wertvollen Erlebnisse nicht ersetzen, sondern nehmen nur Zeit, die Kindern für ihre natürliche Entwicklung fehlt. Besonders in den ersten Lebensjahren sollten Bildschirme konsequent gemieden werden, da das Gehirn in dieser Phase am empfindlichsten ist. Zugleich macht die Broschüre Mut und bietet konkrete Hilfestellungen: Sie erklärt, ab welchem Alter Kinder langsam und begleitet an digitale Medien herangeführt werden können, wie Eltern klare Regeln setzen und den Medienkonsum sinnvoll begrenzen. Praktische Tipps für Alltagssituationen – vom Familienessen über den Kindergarten bis zum Grundschulalter – geben Orientierung, wie Medienerziehung verantwortungsvoll gelingt.
Format: DIN B5Seitenanzahl: 156 Veröffentlicht am: 20.05.2025 Bestellnr.: 111, Preis 16,90ISBN-10: 978-3-9820585-5-9Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:media

Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt

Orientierungshilfe für Eltern und alle, die Kinder und Jugendliche begleiten.
Autor:
Hrsg. Michaela Glöckler
Inhalt:
Viele Beobachtungen und Studien von Experten zeigen, dass der zu frühe Kontakt von Kindern und Jugendlichen mit den neuen Medien mit erheblichen Risiken für ihre Entwicklung und ihre Gesundheit verbunden ist. Wir wissen heute: Erst wenn das Kind seine biologisch notwendigen Entwicklungsschritte in den verschiedenen Lebensabschnitten gut bewältigt hat, kann es die Fähigkeit zu einem kompetenten und selbstbestimmten Medienumgang entwickeln. Das Buch nimmt die übergeordnete Fragestellung auf, was Kinder bzw. Jugendliche für ihre gesunde Entwicklung in verschiedenen Entwicklungsphasen brauchen. Der pädagogische Standpunkt der Autoren versucht eine Balance aufzuzeigen zwischen den Wünschen der Kinder und Jugendlichen und den Einschränkungen, die als Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung von Gefahren erforderlich sind.
Bild:diagnose:funk
aktuelle Version: 02.10.2025Format: A4Seitenanzahl: 24 Veröffentlicht am: 02.10.2025 Bestellnr.: 609Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 9: Digitale Bildung - Ausweg aus der Bildungskatastrophe?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Wie kam es zur „Digitalen Bildung“ und im Schlepptau zur WLANisierung der Schulen? Diese Reform hat eine über 50-jährige Geschichte. Sie kumulierte im Jahr 2017 im Beschluss der Bundesregierung zum Digitalpakt Schule. Mit der „Digitalen Bildung“ sollen die Ziele der neoliberalen Vorstellungen des Homo Oekonomicus, des konditionier- und verwertbaren Menschen, erstmals verwirklicht werden. Das Datensammeln durch die digitalen Medien ist dazu die Voraussetzung. Dieser Hintergrund spielt in der Diskussion fast keine Rolle, obwohl Soziologen und Pädagogen wir Prof. Jochen Krautz und Prof. Richard Münch ihn schon frühzeitig analysierten. Selbst Lehrerverbände verfielen dem inszenierten Hype der digitalen Medien, beschäftigten sich nicht mit dem pädagogischen und ökonomischen Hintergrund. Man kann die Bildungskatastrophe und die Digitale Bildung nur verstehen, wenn man ihre Historie, die pädagogischen Theorien und die ökonomischen Interessen, die sie hervorbrachten, kennt. Von Pädagogen, die diese Hintergründe kennen, gibt es heute eine heftige Kritik und die Forderung nach einer pädagogischen Wende. Dieser Überblick stellt die Geschichte und aktuelle Debatte dar.
diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: DIN A4Seitenanzahl: 37 Veröffentlicht am: 29.08.2024 Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 7: Kinder und digitale Medien – Eine pädagogische Herausforderung!


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 7 dokumentiert, warum eine zu frühe und unregulierte Nutzung des Smartphones und anderer digitaler Medien zu negativen Auswirkungen führen kann. Schwerpunktmäßig werden Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und Neurobiologie behandelt. Es werden Lösungsmöglichkeiten für Eltern, Erziehende und die Politik aufgezeigt, um Kinder und Jugendliche vor einer Smartphonesucht zu bewahren.
Artikel veröffentlicht:
02.09.2026
Autor:
GHS Zülpich / diagnose:funk
Ja, ich möchte etwas spenden!