Neue Osnabrücker Zeitung: Kinder und soziale Medien „Ein schlechter Witz“ – so enttäuscht ist diese Mutter von den Social-Media-Vorschlägen der Experten

Deutliche Kritik von Prof. Klaus Zierer im Deutschlandfunk
Die Pressekonferenz am 24.06.2026 zu den Handlungsempfehlungen mit Bundesbildungsministerin Karin Prien, der CDU-Digitalpolitikerin und Juristin Nadine Schön und Prof. Olaf Köller vermittelte den Eindruck, dass jetzt der Jugendschutz konsequent angegangen würde. Entsprechend positiv berichtete die Presse. Doch es ist eine Mogelpackung, die auf den ersten Blick nicht zu durchschauen ist. Auf 114 Seiten mit viel Bekenntnissen zu Schutzabsichten werden Schlupflöcher eingebaut, die den Tech-Konzernen das Geschäftsfeld Schule absichern.
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Jeannette Deckers: KI-Seepferdchen - verantwortungslos und naiv

Die Lehrerin, Autorin und Mutter Jeannette Deckers, die bereits 160.000 Unterschriften für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gesammelt hat, ist empört. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung fällt sie ein klares Urteil über die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission. Sie ist entsetzt und kritisiert, dass die vorgeschlagene Altersgrenze von 13 Jahren schon bestehe und eigentlich gar keine neuen Schutzvorschriften eingeführt werden sollen:

 

 

  • „Die Tech-Unternehmen haben heute genau das erreicht, was sie wollten: keine höhere Altersgrenze, aber die Empfehlung, die EUDI-Wallet zum Einsatz zu bringen, die ihnen noch mehr Daten liefern würde. Musk und Zuckerberg haben jeden Grund, heute die Korken knallen zu lassen. Sie lachen doch über unsere deutschen Diskussionen über Teilhabe und Medienkompetenz.“

Unter dem Mantel der kritischen Begleitung wird den Tech-Konzernen die Tür für KiTas und Schulen weit aufgemacht, umnebelt von scheinkritischen Formulierungen.[1] So gibt es in den Handlungsempfehlungen ein gut klingendes Kapitel „Selbstregulation“, das nahelegt, schon Kleinkinder könnten bei richtiger Medienerziehung immun gegen Risiken und damit fit für eine frühe Nutzung gemacht werden. Das mündet in dem absurden Vorschlag eines „KI-Seepferdchens“ für die Grundschule. Auf die Frage „Insgesamt wollen die Experten Kinder und Jugendliche für die digitale Welt rüsten, etwa mit einem „KI-Seepferdchen“ in der Grundschule. Sie sind selbst Lehrerin. Kann das gelingen?“ antwortet Jeannette Deckers:

  • „Nein, das ist verantwortungslos und naiv. In Norwegen verbietet man ab August KI-Tools an Grundschulen komplett, während wir über ein „KI-Seepferdchen“ philosophieren. Die Annahme, man könne Kindern eine „digitale Mündigkeit“ vermitteln, um sie gegen hochgradig süchtig machende Algorithmen und andere Gefahren wie beispielsweise Grooming zu immunisieren, ist eine fatale Fehlannahme. Befähigung funktioniert hier entwicklungsbedingt nicht. Es ist eine bequeme Ausrede für die Politik: Man verweist auf die Eltern und die Schulen, schiebt die Verantwortung ab und muss selbst nichts mehr tun und sich erst recht keine Fehler, die in den letzten Jahren gemacht wurden, eingestehen.“

Lesen Sie das ganze Interview: Kinder und soziale Medien „Ein schlechter Witz“ – so enttäuscht ist diese Mutter von den Social-Media-Vorschlägen der Experten

 

Kinder werden von der Kommission zu erwachsenen Konsumenten umdefiniert

Mit der Umdefinition von Kindern zu jungen Erwachsenen, die über die Fähigkeit zur Selbstregulation verfügen, werden in den Handlungsempfehlungen den Techkonzernen die Schleusen in KiTas und Schulen hinein geöffnet. Sie haben ein dreifaches Interesse an Kindern: als zukünftige Konsumenten, deren Daten man braucht, als Absatzmarkt für die EdTech-Produkte und zu ihrer ideologischen Beeinflussung über Social Media. Dafür sollen sie möglichst früh an die Geräte gebunden werden. Dem kommen die Handlungsempfehlungen nach:

  • „Digitale Medienbildung – einschließlich künstlicher Intelligenz – soll fester Bestandteil der frühen Bildung werden.“ (S.35)
  • „Bereits in der Primarstufe werden Medien- und informatische Kompetenzen systematisch aufgebaut. Kinder verstehen die grundlegenden Funktionsweisen digitaler Medien früh und werden befähigt, sich in einer digitalisierten Welt ihren alters- und entwicklungsbezogenen Voraussetzungen entsprechend sicher zu orientieren.“ (S.37)

Selbst ein Social-Media-Verbot bis 13 wird damit unterlaufen. Dafür wird der Schutzbegriff umdefiniert und entkernt. Von altersbedingten Verboten ist dort keine Rede mehr:

  • „Schutz schafft die Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Jugendliche digitale Räume erkunden und nutzen können, ohne vermeidbaren Gefahren ausgesetzt zu sein.“(S.11)
  • „Einseitige Ansätze greifen daher zu kurz. Schutz darf nicht in pauschalen Ausschluss münden.“ (S.11)

Die theoretische Grundlage für eine Ablehnung von Verboten, einem Kern des Jugendschutzes, wird im vorangegangenen Gutachten der Kommission unmissverständlich formuliert:

  • „Grundsätzlich ist (digitale) Medienbildung eine Bildungsaufgabe von Kindertageseinrichtungen (SWK, 2022). In den Kindertageseinrichtungen bieten sich vielfältige Möglichkeiten mit Blick auf die Nutzung digitaler Medien, die Förderung von „Digital Literacy“ und frühe Elementarinformatik, sofern sie kindorientiert, mit Bedacht und qualifiziert erfolgen.“ (S. 72)
  • Deshalb müssten Kinder den Umgang mit digitalen Medien schon ab der Kita lernen, Verbote seien nicht notwendig, weil „das Risiko paternalistischer Herangehensweisen (damit sind Verbote gemeint, d. Verf.) zumindest dem Anspruch nach reduziert ist, weil es stets um die Befähigung zu eigenständigem Umgang auch mit Gefährdungen geht.“ (S. 84)


 

Prof.K. Zierer, Bild privat

Prof. Klaus Zierer: „Und deswegen ist die Orientierung an 16 weiter sinnvoller.“

Der Aspekt, dass Schutz auch altersbedingte Verbote beinhalten muss, wird damit wegdefiniert. Diese grundfalschen Prämissen kritisiert Prof. Klaus Zierer im Interview im Deutschlandfunk (24.06.2026) parallel zur Vorstellung der Handlungsempfehlungen. Das Interview liest sich wie eine Distanzierung von den Handlungsempfehlungen. Auf die Frage des DLF: „In den Empfehlungen der Kommission ist ja die Rede von einer Altersbegrenzung möglicherweise mit 13 Jahren. Inwiefern macht es denn einen Unterschied, ob ein Kind jetzt mit 10 Jahren oder erst mit 13 Jahren mit den sozialen Medien in Kontakt kommt?“ antwortet Zierer:

  • „Na das ganz Entscheidende ist ja an der Stelle die Selbstregulation, die Selbststeuerung bei den sozialen Medien. Und die sozialen Medien sind da so angelegt, dass sie ein sogenanntes addictiv Design, also ein süchtig machendes Design haben, das übrigens nicht nur Kinder trifft, sondern auch viele Erwachsene. Und um dem zu widerstehen ist der präfrontale Kortex ein ganz entscheidender Aspekt. Der präfrontale Kortex ist der Vorderhirnlappen, der sozusagen zuständig ist für die Steuerung der Impulse. Und da wissen wir aus Forschungen ziemlich gut, dass der im Durchschnitt bis zum 24. Lebensjahr braucht, bis er ausgereift ist. Das ist also ein Reifungsprozess. Wenn man Glück hat, hat man vielleicht mit 16 Jahren schon diese Kompetenz der absoluten Selbststeuerung. Aber diese Studien machen eben deutlich und weisen darauf hin, dass zu früh letztendlich der Konsum von sozialen Medien darunter leidet, und ich kann von einem Zehnjährigen, von einem Elfjährigen, von einem Zwölfjährigen einfach nicht verlangen, regulier mal deinen sozialen Medienkonsum, weil das ganze Design so angelegt ist, dass es der junge Mensch eigentlich gar nicht schaffen kann. Und deswegen ist die Orientierung an 16 weiter sinnvoller.“ (Minute 4:50)

Im Deutschlandfunk-Interview kritisiert Prof. Klaus Zierer, selbst Mitglied der Kommission, indirekt die Handlungsempfehlungen und spricht sich für strikte Verbote bis zum 16. Lebensjahr aus (ab Min 4:00): Zu wenig Schutz vor Social Media? - Int Prof. Klaus Zierer, Uni Augsburg

Am 25.11.2025 publizierte das Deutsche Schulportal der Robert-Bosch-Stiftung einen programmatischen Artikel von Prof. Klaus Zierer: Warum Schulen jetzt vier Verbote brauchen. Nachträglich kann er verstanden werden als Kritik am Gutachten der Expertenkommission, der Zierer angehört. Aus dem Gutachten ist ersichtlich, dass Zierers schulpädagogische Positionen nicht berücksichtigt wurden. So schreibt er in dem Artikel:

  • „Obschon auch sie nur mit Wasser kochen, lohnt ein Blick auf die besten Bildungseinrichtungen der Welt, um zu sehen, was dort anders läuft. Wer dies derzeit macht und die Debatten an der Harvard University verfolgt, wird innehalten müssen: Diskutiert wird nichts weniger als ein Verbot aller digitalen Geräte in den Seminarräumen. Während also in den Leuchttürmen der Bildungslandschaft erkannt wird, wie schädlich digitale Medien sind, wird in ihren Niederungen nach wie vor in eine Richtung gearbeitet: noch mehr digitale Medien.“

Diese Niederungen hatten wohl die Deutungshoheit in der Expertenkommission. Das war absehbar. Schon frühzeitig wandten wir uns in einem Brief an Ministerin Prien und kritisierten die Zusammensetzung der Kommission.

Auf dem Weg zum gläsernen Schüler

Die inkonsequenten Handlungsempfehlungen basieren auf mehreren falschen Grundannahmen:

  1. Der Umdefinition von Kindern und Jugendlichen zu Erwachsenen, in Ignoranz der Erkenntnisse der Hirnforschung über Selbstregulation und Impulskontrolle.
  2. Der Fehlinterpretation des Dreiklanges von Schutz, Befähigung und Teilhabe durch den Ausschluss altersbedingter Verbote. Schutz mutiert zur geschützten Nutzung. Das angestrebte Verbot bis zum 13. Lebensjahr wird damit zur Farce. 
  3. Der Unterstellung, Kinder bräuchten digitale Medien für eine gesunde Entwicklung. Im Papier fehlt als Ausgangspunkt die Klärung der Grundfrage „Was brauchen Kinder, um in der digitalen Medienwelt gesund aufzuwachsen?“ Stattdessen wird postuliert, die Erziehung müsse sich der Digitalisierung anpassen.
  4. Der Abschiebung der Verantwortung der Erziehung zur Medienmündigkeit auf Eltern.
  5. Dem leeren Versprechen, ein Schutzsystem aufzubauen u.a. von Sozialarbeitern, Ärzten, Psychologen, durch Elternschulungen, ohne seine Umsetzung angesichts von leeren Kassen zu definieren. 

Die falschen Grundannahmen der Hauptempfehlungen sind detailliert analysiert in dem Artikel:

Diese falschen Grundannahmen sind nicht zufällig. Sie sind das Fundament der datengestützten, empirischen Pädagogik, die den gläsernen Schüler voraussetzt. Die Handlungsempfehlungen dienen so letztlich der Umsetzung des Digitalpaktes 2.0 im Koalitionsvertrag der Bundesregierung mit dem Ziel, das KI-gestützte, adaptive autonome Lernen und eine Schüler-ID einzuführen. Und wer hier nicht mitzieht, dem droht ein neuer Straftatbestand: "Digitale Vernachlässigung" (HE, S.33). Schon immer forderten die Digitalisten, dass es ein angebliches Grundrecht von Kindern sei, an der Digitalisierung teilzuhaben. Eltern, die ihre Kinder digitalfrei erziehen wollen, sehen sich bald mit einem Gummiparagrafen konfrontiert, auf den sich die Digitalisten berufen werden. 

Diese Hauptströmung der gegenwärtigen Pädagogik und Bildungspolitik, die mit verantwortlich für die Bildungskatastrophe sind, analysieren Ralf Lankau / Peter Hensinger in ihrem Artikel :KI in der Schule: „Doof gebor’n wird keiner, doof wird man gemacht …“. Künstliche Intelligenz, Avatare, (Chat)Bots und Digitalpakte: Das ABC der Dehumanisierung von Schule und Unterricht, Fachartikel: https://die-pädagogische-wende.de/doof-geborn-wird-keiner/ .

 

Lesen Sie dazu die drei aktuellen Analysen des Bündnisses für humane Bildung:

Pressemitteilung:  Bundesregierung muss Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ als ungenügend zurückweisen: https://die-pädagogische-wende.de/bundesregierung-muss-handlungsempfehlungen-der-expertenkommission-kinder-und-jugendschutz-in-der-digitalen-welt-als-ungenuegend-zurueckweisen/

Prof. Ralf Lankau: Verkehrte Welt. Widersinnige Handlungsempfehlungen der Expertenkommission. Von widersinnig bis irrsinnig, ein Kniefall vor den Techkonzernen: https://die-pädagogische-wende.de/verkehrte-welt/

Ralf Lankau / Peter Hensinger: KI in der Schule: „Doof gebor’n wird keiner, doof wird man gemacht …“. Künstliche Intelligenz, Avatare, (Chat)Bots und Digitalpakte: Das ABC der Dehumanisierung von Schule und Unterricht, Fachartikel: https://die-pädagogische-wende.de/doof-geborn-wird-keiner

Büchertitel: Verlage

Aktuelle Bücher über die pathologischen Auswirkungen digitaler Medien und KI auf Kinder und die ganze Gesellschaft. Die Autoren fordern Konsequenzen, die von der Kommission der Bundesregierung nicht gezogen werden. 

Bild: diagnose:funk

Quellen: 

[1] In unserem Überblick Nr. 7 „Kinder und digitale Medien – Eine pädagogische Herausforderung!“ wird diese neue Taktik analysiert: „Taktikwechsel: „Begleitende Medienpädagogik“. Die Industrie versucht, angesichts dokumentierter Schädigungen und des Scheiterns der ihr servilen Medienpädagogik mit einer angepassten Taktik, wieder mit Hilfe beflissener Medienpädagogen, das Geschäftsfeld Kita und Schule zu retten. Die neue Botschaft: Damit die Kinder nicht geschädigt werden, müssten sie durch eine möglichst frühe Smartphonenutzung gegen Risiken immunisiert werden. „Begleitende Medienpädagogik“ wird diese Verkaufsstrategie genannt. Da werden flugs den Kindern Impulskontrolle und Reflexionsfähigkeiten zugesprochen und sie zu jungen Erwachsenen umdefiniert. Die bayerische Landesregierung führt die Kampagne „Startchance Kita-Digital“ durch. Sie schreibt: „Die Kinder haben den Anspruch, dass ihre Kinderrechte auf Teilhabe, Schutz und Befähigung in der digitalen Welt erfüllt werden. Es ist daher Auftrag von Kindertageseinrichtungen, Kinder schon frühzeitig mit einem kreativen, kritischen und sicheren Umgang mit digitalen Medien zu begleiten.“ Selbst die FAZ schreibt kritisch über diese verkaufsfördernde Bildungspolitik: „Von sich aus verantwortungsvoll mit sozialen Medien umzugehen überfordert Kinder und Jugendliche aber.“ Prof. Ralf Lankau formuliert es so: „Wer vor dem Display sitzt, ist dort fixiert … Dazu werden alle psychologischen und technischen Tricks eingesetzt, um die Aufmerksamkeit zu binden … Wir haben es bei den heutigen digitalen Bildschirmmedien und Onlinediensten mit einem Suchtmittel zu tun.“ Die „Begleitende Medienpädagogik“ legitimiert die schleichende Einführung einer Droge bei Kindern. 700000 Kinder und Jugendliche gelten bereits als internetsüchtig, 2,2 Millionen als problematische Nutzer. Im Jahr 2018 hatten in Deutschland 3 Millionen Erwachsene eine alkoholbezogene Störung (Alkoholmissbrauch: 1,4 Millionen; Alkoholabhängigkeit: 1,6 Millionen). Um dem vorzubeugen, schlug Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Juli 2024 ein Verbot von „begleitendem Trinken“ vor: „Die Anwesenheit von Erwachsenen ändert nichts an der Schädlichkeit von Alkohol für Kinder. Deswegen sollte das sogenannte begleitende Trinken (von 14-16-Jährigen, d. Verf.) untersagt werden“ (FAZ 11.07.2024). Ein Verbot von „begleitender Smartphone-Nutzung“ für Kitas und Schulen liegt auf der Hand. Droge bleibt Droge.“ (Quellen im Überblick Nr.7)

Publikation zum Thema

Bild:diagnose:funk
1. Auflage 2025Format: A5Seitenanzahl: 32, Preis 2,50 Euro (Mitglieder 1,50 Euro) Veröffentlicht am: 30.09.2025 Bestellnr.: 105Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Ratgeber 5: Kinder und Jugendliche in digitalen Zeiten - stark und selbstbestimmt

So fördern Sie die gesunde Entwicklung Ihres Kindes
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Inzwischen zweifelt niemand mehr: Smartphones und soziale Medien können Kindern und Jugendlichen massiv schaden. Was können Eltern und Schulen tun? Eine pädagogische Herausforderung. Sie ist lösbar. Kurz, konkret und verständlich hilft dabei unser neuer Ratgeber. Der Ratgeber zeigt auf, warum Kinder in erster Linie vielfältige analoge Erfahrungen brauchen – Bewegung, Natur, kreative Aktivitäten und echte soziale Begegnungen. Digitale Medien können diese wertvollen Erlebnisse nicht ersetzen, sondern nehmen nur Zeit, die Kindern für ihre natürliche Entwicklung fehlt. Besonders in den ersten Lebensjahren sollten Bildschirme konsequent gemieden werden, da das Gehirn in dieser Phase am empfindlichsten ist. Zugleich macht die Broschüre Mut und bietet konkrete Hilfestellungen: Sie erklärt, ab welchem Alter Kinder langsam und begleitet an digitale Medien herangeführt werden können, wie Eltern klare Regeln setzen und den Medienkonsum sinnvoll begrenzen. Praktische Tipps für Alltagssituationen – vom Familienessen über den Kindergarten bis zum Grundschulalter – geben Orientierung, wie Medienerziehung verantwortungsvoll gelingt.
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Stand: 08.10.2024Format: DIN A4Seitenanzahl: 37 Veröffentlicht am: 29.08.2024 Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 7: Kinder und digitale Medien – Eine pädagogische Herausforderung!


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 7 dokumentiert, warum eine zu frühe und unregulierte Nutzung des Smartphones und anderer digitaler Medien zu negativen Auswirkungen führen kann. Schwerpunktmäßig werden Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und Neurobiologie behandelt. Es werden Lösungsmöglichkeiten für Eltern, Erziehende und die Politik aufgezeigt, um Kinder und Jugendliche vor einer Smartphonesucht zu bewahren.
Bild:diagnose:funk
aktuelle Version: 02.10.2025Format: A4Seitenanzahl: 24 Veröffentlicht am: 02.10.2025 Bestellnr.: 609Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 9: Digitale Bildung - Ausweg aus der Bildungskatastrophe?


Autor:
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Inhalt:
Wie kam es zur „Digitalen Bildung“ und im Schlepptau zur WLANisierung der Schulen? Diese Reform hat eine über 50-jährige Geschichte. Sie kumulierte im Jahr 2017 im Beschluss der Bundesregierung zum Digitalpakt Schule. Mit der „Digitalen Bildung“ sollen die Ziele der neoliberalen Vorstellungen des Homo Oekonomicus, des konditionier- und verwertbaren Menschen, erstmals verwirklicht werden. Das Datensammeln durch die digitalen Medien ist dazu die Voraussetzung. Dieser Hintergrund spielt in der Diskussion fast keine Rolle, obwohl Soziologen und Pädagogen wir Prof. Jochen Krautz und Prof. Richard Münch ihn schon frühzeitig analysierten. Selbst Lehrerverbände verfielen dem inszenierten Hype der digitalen Medien, beschäftigten sich nicht mit dem pädagogischen und ökonomischen Hintergrund. Man kann die Bildungskatastrophe und die Digitale Bildung nur verstehen, wenn man ihre Historie, die pädagogischen Theorien und die ökonomischen Interessen, die sie hervorbrachten, kennt. Von Pädagogen, die diese Hintergründe kennen, gibt es heute eine heftige Kritik und die Forderung nach einer pädagogischen Wende. Dieser Überblick stellt die Geschichte und aktuelle Debatte dar.
Januar 2022Format: A4Seitenanzahl: 12 Veröffentlicht am: 18.01.2022 Bestellnr.: 247Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Wie die Telekommunikationsindustrie die Politik im Griff hat


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
diagnose:funk legt in diesem Brennpunkt eine Recherche zur Lobbyarbeit der Mobilfunkindustrie und BITKOM-Branche zur Digitalisierung vor, basierend auf der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE „Beziehungen von Telekommunikationsunternehmen zur Bundesregierung“ (Bundestagsdrucksache 18/9620, 13.09.2016). Sechs Grafiken verbildlichen die Verflechtungen. Politisch eingeordnet wird diese Analyse auf Grund eigener Erfahrungen mit Besuchen bei Bundestagsabgeordneten und dem neuen Buch „Lobbyland. Wie die Wirtschaft unsere Demokratie kauft“ (2021) des ehemaligen Dortmunder SPD-Abgeordneten Marco Bülow über seine 18-jährigen Erfahrungen im Bundestag und weiteren Literaturrecherchen.
Artikel veröffentlicht:
26.06.2026
Autor:
diagnose:funk
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