Kommentar der Woche

Mai 2026
Die Kommentare der Woche befassen sich mit aktuellen Themen der Mobilfunkpolitik. Sie werden verfasst von Prof. a.D. Helmuth Kern und dem Journalist Bert Hauser. Beide Autoren sind Vorsitzende der Ortsgruppe "InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung" im Mobilfunk Bürgerforum e.V. Die Kommentare werden monatsweise an dieser Stelle in einem Artikel zusammengefasst. Jede mobilfunkkritische Bürgerinitiative kann sich dieser Kommentare von Kern & Hauser frei bedienen, sie selbst weiter veröffentlichen und damit Infoarbeit leisten. Bitte als Quellenangabe diagnose-funk.org/kommentar angeben.
Kern & Hauser, Bild: Ingrid Schaeffer

27.05.2026

Wir informieren: Können Chatbots Lernen nachhaltig verbessern? (Teil 3 und Schluss)

Aus dem Spiegel-Artikel vom 16. April 2026 „Macht die KI uns dumm?“ stehen heute die letzten Fragen des Artikels im Fokus:

„Kann KI Jugendliche klüger machen?“ „Warum fällt man so leicht auf Chatbots rein?“ „Stimmt es, dass KI das Hirn schrumpfen lässt?“ „Sollen schon Grundschüler mit Chatbots lernen?“

Benjamin Köhler, Direktor des Königin-Charlotte-Gymnasiums in Stuttgart (Fächer: Englisch, Gemeinschaftskunde, Informatik), hat mit „Tiefer lernen“ ein pädagogisches Konzept entwickelt. Dieses vermittle Fähigkeiten, die im Zeitalter der KI gefordert seien.

Dabei spiele „Selbstregulation“ eine zentrale Rolle. Besitzen Schüler diese Fähigkeit, können sie Emotionen, Aufmerksamkeit und ihr Verhalten steuern – eine Voraussetzung, um mit der vermeintlichen Allwissenheit der Chatbots kritisch umzugehen. Doch im deutschen Schulalltag spiele diese Schlüsselkompetenz nach Köhler kaum eine Rolle. Würde sie gefördert, wäre die Wirkung der KI auf den Lernprozess „überwältigend positiv“.

Als Beispiel nennt Köhler eine Game-Design-AG: Acht Zehntklässler haben dabei „das Handwerk des Spieledesigns“ erlernt – dank KI jetzt möglich.

„Erst konzipierten sie ihre Spielideen und erschufen dreidimensionale Objekte, seit Ende Januar programmieren sie richtig. Schon planen sie, nach dem Abitur ihr eigenes Unternehmen zu gründen.“

Wichtig sei jedoch auch eine förderliche Lernumgebung. Schüler mit geringerer Selbstregulierungskompetenz sollten ohne digitale Ablenkung arbeiten können. Der Schülerrat habe eine Nutzungsordnung erarbeitet:

  • In den Klassen 5 bis 7 sind Handys grundsätzlich verboten. In der Mittelstufe dürfen sie zwar mitgeführt, aber nicht benutzt werden.
  • Zudem gäbe es im Unterricht viel digitalfreie Zeit – dann verschwänden alle Tablets im Rucksack.

Wie sich die Nutzung von KI langfristig auf den Lernerfolg auswirke, könne bisher niemand sagen – der Durchbruch generativer KI-Chatbots liege erst dreieinhalb Jahre zurück.

Klar ist die Antwort auf die Frage, warum man so leicht auf Chatbots reinfalle: Nutzerfreundlichkeit und sofort abrufbare Lösungen. Laut einer Studie wird KI bei der Informationssuche der klassischen Googlesuche vorgezogen. Der verbindliche Plauderton der Chatbots wirke emotional – und die Ergebnisse werden nicht mehr kritisch hinterfragt. Deswegen müsse Schülern immer wieder klargemacht werden: KI ist fehleranfällig und die Chatbots sind darauf programmiert, plausibel klingende Antworten zu generieren.

Ob KI das Hirn schrumpfen lasse, sei nicht bewiesen. Wichtig sei jedoch: Ein Problem sollte man zuerst selbst lösen, bevor man KI hinzuziehe.

Sollen schon Grundschüler mit Chatbots lernen? Diese Frage bejaht Kristin van der Meer, Lehrerin an der Neuen Grundschule Potsdam. Ihr Ziel: Schüler ab der 1. Klasse mit KI vertraut machen. Ihre Begründung:

„Die Kinder werden in eine Welt hineinwachsen, in der künstliche Intelligenz allgegenwärtig ist.“

Deswegen müssten sie diese richtig benutzen lernen. Dafür gibt sie Aufgaben, in denen die Schüler begreifen, dass KI nichts weiß, sondern nur generiert. Sie kann Fehler machen, doch am Ende muss der Mensch die Entscheidung treffen.

(Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/man-fuehlt-sich-dann-son-bisschen-bloed-a-688913b0-3ef0-4868-83b6-e88937dc983b)

Was bleibt?

KI und Chatbots sind Werkzeuge, die nicht für die Schule konzipiert wurden. Da sie zunehmend unsere Gesellschaft beherrschen, muss ihr Gebrauch altersstufengerecht, motivierend, kritisch und zukunftsorientiert thematisiert werden. Ob sie wirklich Lernen verbessern, hängt von der Lernmethode ab. Zudem muss die gesundheitliche Belastung durch Bildschirmarbeit minimiert werden. Statt WLAN: das schnurgebundene LAN oder - wo möglich - die Infrarot-Alternative LiFi.

 

Passend zum Thema

Prof. Dr. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt: „Die KI-Sackgasse für das menschliche Gehirn – Können wir der noch entkommen? Erkenntnisse aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit und des Kindes.“ Donnerstag, 11. Juni 2026, Neckartenzlingen, Aula der Auwiesenschule. Beginn: 19.30 Uhr. Herzliche Einladung.


Quelle: InfoMobilFunk Neckartenzlingen

20.05.2026

Wir informieren: Können Chatbots Lernen nachhaltig verbessern? (Teil 2)

Aus dem Spiegel-Artikel vom 16. April 2026 „Macht die KI uns dumm?“ stehen heute drei weitere Fragen im Fokus: „Haben die Lehrer Angst vor KI? Wie macht man Lehrpläne, wenn noch keiner weiß, was sie bewirken? Darf man KI ohne Führerschein nutzen?“

Zumindest misstrauisch seien die Lehrer gegenüber der neuen Technologie. Das zeige das aktuelle „Deutsche Schulbarometer“ der Robert-Bosch-Stiftung (Umfrage vom 11.11. bis 02.12.2024, 1.540 teilnehmende Lehrkräfte). Darin wurde deutlich: Ein Drittel glaube, das kritische Denkvermögen der Schüler leide unter KI. Ein weiteres Drittel der Lehrer verzichte bei der Unterrichtsvorbereitung ganz auf KI-Tools, und die meisten wüssten nicht, wie durch die neue Technologie Lernen verbessert werden könne. Sehr sicher im Umgang mit KI-Tools fühlten sich dagegen nur 6 %, eher sicher 32 %. Das bedeute, dass die Schüler mit dieser Technologie vielerorts alleingelassen würden.

Die Sicht der Schüler zeigt eine Umfrage von Infratest im Auftrag der Vodafone-Stiftung (2024). 1.500 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren waren gefragt worden, wie sie KI nutzen. 38 % der Schüler gaben an, KI sei in ihrer Schule kein Thema, genauso viele, dass es dazu keine klare Regelung in der Schule gebe, und 7 %, dass die Nutzung von KI ihnen grundsätzlich verboten sei.

Für Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, gibt es deshalb Aufholbedarf bei KI: „Schule ist hier weder alltagsgerecht noch zukunftsorientiert.“

Ein Problem sei die Erstellung von Lehrplänen, wenn noch keiner wisse, was sie bewirkten, denn für solide Studien brauche es Zeit, und bis zu den Ergebnissen und deren Bewertung sei das KI-Modell, mit dem die Studie durchgeführt worden sei, veraltet. 

In fast allen Bundesländern gebe es zwar Handreichungen für Lehrende, um die Schüler an die Nutzung von KI heranzuführen, diese blieben jedoch hinsichtlich der Methode oftmals vage. Das größte Problem: Grundsätzlich sei offen, welche Leistungen im Zeitalter der KI überhaupt erforderlich seien.

Wie ein Führerschein für KI in Schulen aussehen könnte, zeigt ein Beispiel aus einer 10. Klasse eines Gymnasiums in Wuppertal. Daran wird deutlich, wie durch geeignete Problemstellungen Schüler erfahren und beurteilen können, dass KI nicht immer recht hat. So können die Jugendlichen ein kritisches Bewusstsein für den Umgang mit KI entwickeln, weil sie verstehen, dass ein Chatbot eigentlich eine „Wahrscheinlichkeits-Vorhersagemaschine“ ist – und nicht mehr.

Und: Wer bei allem den Chatbot befrage, der schränke irgendwann die Fähigkeit ein, kritisch zu denken, sage Lehrer Urban.„Das Gehirn ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss.“ Würde es nicht mehr trainiert, gingen Kompetenzen verloren. Bei einem KI-Führerschein ginge es deswegen darum, die Risiken der KI nicht zu verteufeln, sondern aufzuzeigen, wie mit KI Leistungen verbessert werden könnten.

So werden im Unterricht von Felix Urban im Rahmen des KI-Führerscheins auch Apps erstellt, mit denen sich ein typisches Schülerproblem lösen lässt. Z.B.: Wie man durch ein entsprechendes Tool zu mehr mündlicher Beteiligung im Unterricht motiviert werden kann. „Die App zählt, wie oft man sich gemeldet hat“, erklärt ein Schüler. „Und wenn man sich selten traut – aus Angst, eine falsche Antwort zu geben –, erscheint auf dem Display der Satz: ‚Du musst nicht perfekt sein.‘“ (Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/man-fuehlt-sich-dann-son-bisschen-bloed-a-688913b0-3ef0-4868-83b6-e88937dc983b)

Was in diesem Artikel grundsätzlich offen bleibt, ist das Thema der gesundheitlichen Belastung der Schüler durch WLAN beim Arbeiten mit Chatbots, sowie die grundlegende pädagogische Frage des „Cui bono?“ (Wem nützt es).

Der Artikel ist ein wichtiger Impuls, aber er zeigt auch, dass es eine Sicht braucht, die gesundheitliche Risiken einbezieht – sonst könnte KI am Ende nicht die Lösung, sondern ein neues Problem sein.

„Die Ingenieure des Silicon Valley haben schon vor langer Zeit aufgehört, Computer zu programmieren, und sich stattdessen der Programmierung menschlichen Verhaltens zugewandt.“ (Giuliano da Empoli, „Die Stunde der Raubtiere“, S. 76, C.H.Beck, 2025)
Zitiert aus: https://die-pädagogische-wende.de/wp-content/uploads/2026/05/BfhB_2026_Stellungnahme_Expertenkommission_Pub.pdf)

Ende Teil 2.

In Teil 3 geht es dann um die letzten vier Fragen im Artikel: „Macht die KI uns dumm?“: „Kann KI Jugendliche auch klüger machen? Warum fällt man so leicht auf die Chatbots rein? Stimmt es, dass KI das Hirn schrumpfen lässt? Sollen schon Grundschüler mit Chatbots lernen?“

Passend zum Thema: Prof. Dr. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt: „Die KI-Sackgasse für das menschliche Gehirn – Können wir der noch entkommen? Erkenntnisse aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit und des Kindes.“ Donnerstag, 11. Juni 2026, Neckartenzlingen, Aula der Auwiesenschule. Beginn: 19.30 Uhr. Herzliche Einladung.


Kern & Hauser, Bild: Ingrid Schaeffer

13.05.2026

Wir informieren: Können Chatbots Lernen nachhaltig verbessern? (Teil 1)

Nach der repräsentativen medienpädagogischen JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) 2025 nutzen 74 % aller 12- bis 19-Jährigen KI für ihre Hausaufgaben. Doch: Hausaufgaben heißt, Lösungswege zu vertiefen und zu neuen im Unterricht nicht erfahrenen Ergebnissen zu kommen. Werden diese jedoch von Chatbots erledigt, dann ist der pädagogische Zweck verfehlt. Das ist Thema des Titelartikels in der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ vom 16. April 2026 „Was KI in unserem Gehirn anrichtet.“ Untertitel: „Künstliche Intelligenz erobert die Schulen. Richtig eingesetzt, kann KI zum Lernturbo werden. Doch Forschungen zeigen, dass der Mensch das Denken verlernt, wenn die Maschine übernimmt.“ Autoren: Silke Fokken, Johann Grolle und Claus Hecking.

Folgende Fragen werden darin diskutiert und an Beispielen erörtert: „Kann es schaden, erst mal ChatGPT zu fragen? Haben die Lehrer Angst vor KI? Wie macht man Lehrpläne, wenn noch keiner weiß, was sie bewirken? Darf man KI ohne Führerschein nutzen? Kann KI Jugendliche auch klüger machen? Stimmt es, dass KI das Hirn schrumpfen lässt? Sollen schon Grundschüler mit Chatbot lernen?“

Dass Schüler Chatbots ihre Hausaufgaben erledigen ließen, sei eigentlich klar, das nehme Arbeit ab, meint Florian Nuxoll, Lehrer für Englisch und Gemeinschaftskunde in Tübingen, und warnt: Wenn wichtige Fertigkeiten nicht mehr erlernt würden, führe das zur „kognitiven Atrophie, also zum „Denkschwund“ Arbeitsvermeidung sei hier kontraproduktiv, denn das Verständnis für eine Problemlösung kommt dabei nicht zustande.

Nach einer aktuellen OECD-Studie (Organisation for Economic Co-operation and Development) führe KI-Unterstützung zu einem schlechteren Prüfungsergebnis. Bei richtigem Einsatz jedoch könne sich der Lernerfolg auch steigern. Nämlich dann, wenn Schüler die KI als „Sparringspartner“ nutzten, anstatt sich fertige Antworten liefern zu lassen, wenn KI Zusammenhänge Schritt für Schritt erkläre und Schüler die Aussagen der Chatbots kritisch hinterfragten.

Nuxoll formuliert das so: „Auf die Motivation kommt es an. Auf einmal habe sich gezeigt, dass die Schüler KI auch als Tutor oder Partner zu nutzen wussten. Am besten funktionierte der Prompt: ‚Erkläre es mir, als wenn ich ein Grundschüler wäre'“.

(Quelle Spiegel: https://www.spiegel.de/wissenschaft/man-fuehlt-sich-dann-son-bisschen-bloed-a-688913b0-3ef0-4868-83b6-e88937dc983b?context=issue) Ende Teil 1.

In Teil 2 geht es dann um „Haben die Lehrer Angst vor KI? Wie macht man Lehrpläne, wenn noch keiner weiß, was sie bewirken? Darf man KI ohne Führerschein nutzen?“

 

Kritische Anmerkung: Kann KI zum wirklichen Tutor werden? Nein. Denn KI ist eine Maschine – kein Mensch. Ein Lehrer, eine Lehrerin kennt ihre Schüler, geht auf sie ein, fordert und fördert. Nachhaltiges Lernen braucht kritische Impulse, nicht nur Bestätigung wie bei Chatbots.

Lernen ist ein sozialer Prozess: Das zeigen Reformpädagogik, Montessori, Waldorfpädagogik – Lernen gelingt durch Zuwendung, ganzheitliche Erfahrung, den Austausch in Gruppen. Schon in den 1970ern scheiterten Sprachlabore und programmierter Unterricht. Warum? Weil Erkenntnis ohne Verständnis leer bleibt. Erkenntnis entsteht nur dort, wo Verständnis wächst. 

Alter und Erfahrungshorizont der Schüler müssen in den Lernprozess einbezogen werden. Lernen ist ein lebendiger Prozess mit allen Sinnen zwischen Menschen.


Quelle: InfoMobilFunk Neckartenzlingen

06.05.2026

Wir informieren: Weniger Strahlung im Haus kann „psychische Erkrankungen“ heilen

Kürzlich fand in Neckartenzlingen der Vortrag von Helmut Giesa (Baubiologe) zum Thema Elektrohypersensibilität und Möglichkeiten der Abschirmung elektromagnetischer Felder statt.

Bert Hauser hat dazu folgenden Bericht verfasst:

Der dramatische Anstieg „psychischer Erkrankungen“, von dem neuerdings in aller Welt die Rede ist, kann in vielen Fällen auf eine hohe technische Strahlenbelastung in der eigenen Wohnung oder am Arbeitsplatz sowie auf den falschen Gebrauch Sozialer Medien zurückgeführt werden. Darauf hat der Baubiologe Helmut Giesa bei einem Vortrag in Neckartenzlingen kürzlich hingewiesen. Er kenne viele Fälle, in denen die so genannten „psychische Erkrankung“ sich oft schlagartig verbessert hätten, wenn die Betroffenen in Räumen lebten, in denen es keine oder nur eine sehr geringe Strahlenbelastung gibt, betonte der bis vor kurzem noch in Metzingen wohnende Fachmann.

Nach einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom April 2026 hat die Zahl der ärztlichen Behandlungen „psychischer Erkrankungen“ in fast allen Altersgruppen zugenommen, am stärksten bei den 10- bis 19-Jährigen: 2024 waren danach 36,5 % mehr psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche in stationärer Behandlung als vor 20 Jahren. Neue alarmierende Signale bei Kindern seien: Lern- und Gedächtnisstörungen sowie Anzeichen von kindlicher Demenz. Auch bei den über 60-Jährigen gab es starke Zuwächse „psychischer Erkrankungen“.

Wenn ärztliche Untersuchungen keine konkreten Anhaltspunkte für Beschwerden geben, würden sie von vielen Ärzten nicht selten auf eine gestörte „Psyche“ statt auf einen zu starken Elektrosmog zurückgeführt, meinte Giesa. Der Sammelbegriff für krankhafte Symptome lautet dann oft „Elektrohypersensibilität“ (EHS). Viele der Betroffenen beklagen Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Bluthochdruck, Gedächtnisverlust, Gelenkschmerzen und Panikattacken. Auch Durchblutungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, Schmerzen im Brustbereich, Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe, Tinnitus, selbst Hirntumore, Brustkrebs und Kinderleukämie sowie Parkinson und andere vorzeitige Alterserscheinungen können ihre Ursache in einer zu hohen Strahlenbelastung im Lebensumfeld der Patienten haben. Die Betroffenen müssen sie sich mit ihrer sogenannten „psychischen Erkrankung“ aus dem öffentlichen Leben weitgehend zurückziehen und verlieren oft ihren Arbeitsplatz. Man spricht inzwischen von 5 bis zu 10 % der Bevölkerung, die oft, ohne es selbst zu wissen, unter EHS leiden.

Um gegen die durch Elektrosmog verursachten Krankheiten vorzugehen, müssen nach Auffassung von Helmut Giesa als erstes zuverlässige Messungen am Wohn- und Arbeitsbereich der Erkrankten vorgenommen werden. Nur so könnten schädliche elektromagnetische Felder ermittelt und vermindert oder wenigsten bei Nacht abgeschaltet werden. Auch von Elektroschaltern und -leitungen oder von flimmernden Leuchtmitteln, wie LED-Lampen, könnten negative elektrische Spannungen in der Luft ausgehen. Ursache für die elektrostatische Aufladung einer Wohnung könne auch ein vollsynthetischer Teppichboden sein. Zur besseren bautechnischen Abschirmung einer Wohnung könnten ein neuer Teppichboden, eine Wärmeschutzverglasung und bestimmte schwarze abschirmende Wandfarben beitragen, die man wieder weiß oder farbig überstreichen kann. Wo nötig könne auf der Seite einer Wohnung oder eines Arbeitsplatzes, die zu stark von außen bestrahlt wird, ein elektrisch leitfähiges feinmaschiges Gitter, etwa ein Edelstahlgewebe angebracht werden. Alle Schutzmaßnahmen müssten aber immer gut geerdet sein. Alle bautechnischen Neuerungen erforderten stets auch neue Messungen, weil die Strahlung nicht selten irgendwo reflektiert wird und an anderer Stelle dann in die Wohnung eindringen kann.

Eine bautechnische Besonderheit ist nach Giesa die Errichtung eines an der Decke aufgehängten Baldachins rund um ein Bett sowie die Verlegung einer geeigneten Matte unter dem Bett. Wichtig sei es auch, darauf zu achten, dass in einer Wohnung keine ferngesteuerten „Kommunikationsmodule“ eingebaut werden, mit denen z. B. ein Heizungssystem oder der Stromverbrauch gemessen, überwacht und aus der Ferne gesteuert werden kann.


Wir freuen uns über neue Mitglieder im InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung, Ortsgruppe im Mobilfunk Bürgerforum e. V. www.mobilfunk-buergerforum.de

Die Vorsitzenden: Prof. a. D. Helmuth Kern, Bert Hauser (Telefon: 07127/35655 bzw. 07127/3594)


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