17.12.2025
Wir informieren: EU-Parlament fordert Zugang zu sozialen Medien erst ab 16 Jahren (Teil 2)
Laut Bericht, der für das EU-Parlament Grundlage seiner Forderung für ein Mindestalter bei den sozialen Medien war und der sich auf eine Vielzahl von Studien stützt, nutzen 97 % der jungen Menschen das Internet täglich, 78 % der 13-17-Jähringen geben an, ihre Geräte mindestens stündlich zu prüfen, 46 % berichten sie fast stündlich zu kontrollieren. 16-24-Jährige verbringen mehr als sieben Stunden pro Tag im Internet. 84% der Kinder im Alter von 11-14 Jahren spielen regelmäßig Videospiele. Jedes vierte Kind und jeder vierte Jugendliche zeigt ein „problematisches“ oder „dysfunktionales“ Smartphone-Nutzungsverhalten mit Verhaltungsmusterm, die einer Sucht ähneln. Zudem sind Minderjährige anfälliger für KI-generierte Inhalte, KI-Begleiter und Chatbots, weil sich ihre kognitiven Fähigkeiten noch entwickeln.
„Forschungsergebnisse zeigen, dass das gewohnheitsmäßige Überprüfen sozialer Medien bei Jugendlichen mit Veränderungen der neuronalen Sensibilität im Hinblick auf die Erwartung sozialer Belohnungen und Bestrafungen verbunden sein kann, dass der Anstieg psychischer Probleme bei Jugendlichen mit übermäßigem Gebrauch von sozialen Medien zusammenhängen könnte.“
Der soziale Druck durch soziale Medien wird als eine der fünf Hauptursachen für psychische Schwierigkeiten bei Minderjährigen identifiziert, das zeige sich in erhöhten Angstzuständen und Depressionen. Auch haben Studien gezeigt, dass die übermäßige Nutzung sozialer Medien die Gehirnentwicklung und die Gehirnkapazität von Minderjährigen beeinträchtigen kann.
Zusammenhänge zwischen übermäßiger Nutzung sozialer Medien und mangelnder Impulskontrolle wurden festgestellt. Viele Nutzer einschließlich der Minderjährigen haben Schwierigkeiten zwischen wahren und falschen Informationen in Online-Nachrichten zu unterschieden. Belege aus mehreren Ländern zeigen, dass Minderjährige bereits sehr früh Zugang zu pornografischen Inhalten haben, teils unfreiwillig. Das Betrachten von Pornografie setzt Kinder gewalttätigen und altersunangemes- senen Inhalten aus. Das verstärkt nachweislich Aggression und sexuelle Gewalt und kann schädliche sexuelle Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen auslösen.
Der gesamte Bericht ist zu finden unter:
https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/A-10-2025-0213_EN.pdf
Die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird bis Ende 2025 eine Expertengruppe beauftragen, um über das beste Vorgehen in Europa zu beraten. Sie selbst ist eine Befürworterin der Altersgrenze und verglich in ihrer Rede im EU-Parlament am 10. September 2025 mögliche Vorgaben für soziale Medien mit denen für Alkohol und Tabak.
Zur letzten Sendung im Jahr 2025:
Wir wünschen allen, die an der Krankheit Elektrohypersensibilität leiden, ein möglichst strahlungsarmes Weihnachten. Dazu können alle beitragen: weniger WLAN in der Wohnung, im Haus, in der Schule, in öffentlichen Räumen, wo möglich Smartphone mit LAN-Adapter nutzen, grundsätzlich PC und Computer über LAN-Kabel auch im neuen Jahr 2026!

