„MAITHINK X – Die Show“ - 5G, WLAN & Co - alles ohne Risiko?

Aktualisierung: ZDF-Redaktion antwortet am 18.11.2025
„5G, WLAN & Co – sei beruhigt, von ihnen geht kein Gesundheitsrisiko aus. Das ist eine Wahnvorstellung von Esoterikern!" Das ist die Botschaft der ZDFneo-Sendung „MAITHINK X – Die Show“ vom 5.10.2025. diagnose:funk schrieb am 28.10.2025 einen faktenbasierten Brief an die Redaktion in der Erwartung, dass sich ein sachlicher Dialog entwickelt.
Screenshot ZDFneo / Maithink X

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Die Zwischenüberschriften im Brief sind abweichend vom Original zur besseren Lesbarkeit eingefügt. Der Originalbrief steht rechts unter Downloads. Beachten Sie die Publikationen von diagnose:funk, in denen wir die Wissenschaftsdebatte um die Interpretation der Studienlage führen. Sie stehen am Ende dieses Artikel zum Herunterladen. 

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Die ZDF-Redaktion Terra X hat am 18.11.2025 auf unsere Kritik geantwortet, s. Downloads. Urteilen Sie selbst, ob auf unsere Fragen eingegangen wird. Wir werden baldmöglichst auf das Schreiben reagieren.

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Sehr geehrte ZDFneo-Redaktion,

sehr geehrte Autor:innen und Wissenschaftsredakteur:innen bei BTF,

sehr geehrte Frau Dr. Nguyen-Kim,

in Ihrer Sendung „MAITHINK X – Die Show“ vom 5.10.2025 mit dem Titel „5G, WLAN & Co“ ist Ihnen ein Quellenfehler unterlaufen:

  • Bei Min. 26:22 blenden Sie den Link „BfS (Stand 14.08.2024)“ ein, gemeint ist aber „Mevissen et al. (2025), Environ Int.“, weil Sie hier auf Tierexperimente verweisen.
  • Bei Min. 26:43 blenden Sie den Link „Mevissen et al. (2025), Environ Int.“ ein, gemeint ist aber „BfS (Stand 14.08.2024)“, weil Sie hier die betreffende BfS-Webseite einblenden.

In der Sendung erheben Sie den Anspruch, u.a. über die Risiken der nicht-ionisierenden Strahlung, konkret der Mobilfunk- und WLAN-Strahlung (im folgenden HF-EMF), aufzuklären.[1] Dazu habe die Redaktion „die Studienlage gewälzt“ (Min. 1:52).

Ihre Begründung für die Unbedenklichkeit von HF-EMF beruht auf der Argumentation, dass HF-EMF nicht die Energie habe, Zellen durch Ionisierung direkt zu schädigen. Das ist soweit auch richtig.[2] Sie fragen bei Min. 10:55 folgerichtig, ob es für biologische Schäden „einen anderen Grund“ geben könne.

Warum dieses Framing?

Der anschließende Exkurs zur Radiästhesie, die Sie im Bereich der Esoterik verorten, verstehen wir gerade an dieser Stelle, mit der getroffenen Wortwahl und der Ausführlichkeit jedoch als ein Framing, das biologische Effekte durch nicht-ionisierende Strahlung von vornherein zusammen mit den Wünschelruten und Wasseradern ins Lächerliche ziehen soll. Wir finden, dass eine Wissenschaftssendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen solch ein Framing nicht nötig hat, zumal hunderte seriöse, peer-reviewte Studien in angesehenen Journals biologische Effekte von HF-EMF aufzeigen und Wirkmechanismen diskutieren. Folglich handelt es sich bei biologischen Wirkungen nicht-ionisierender Strahlung um harte wissenschaftliche Erkenntnisse, von denen die Öffentlichkeit in einer solchen Sendung erfahren sollte.

Meinung trifft auf Fakten

Es wundert uns daher, dass Sie für die Sendung offensichtlich einen bedeutenden Teil der Studien, die in der Fachwelt regelmäßig zitiert werden, nicht berücksichtigt haben. Im Einzelnen:

Wieso ziehen Sie die erhebliche Kritik von führenden Wissenschaftler:innen an den Methoden dieser Studien nicht mit ein? Diese sind in der WHO-Referenzdatenbank EMF-portal.org als Kommentare verlinkt. Die Kritik von Melnick at al. (2025)[3] ist dabei die bedeutendste, dahinter stehen führende seriöse Wissenschaftler:innen, die seit Jahrzehnten Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung untersuchen und dazu publizieren. Diese Fachleute fordern sogar die Rücknahme der WHO-beauftragten Studien, was Sie leider nicht erwähnen.

Nicht-thermische Wirkungen: unbekannt?

  • Ab Min. 24:02 suggerieren Sie, dass nur die thermische Wirkung der HF-EMF schädlich sei und es nicht-thermischen Wirkungen nicht geben könne, weil die abgestrahlte Leistung von Handys deutlich kleiner ist als die von Mikrowellenherden (und damit nicht ausreicht, um den Körper zu schädigen). Dies wird in der Fachwelt als das „thermische Dogma“ bezeichnet („es gibt nur thermische Wirkungen“). J.H. Steneck fasst dieses Thema in „The Microwave Debate“ (MIT, 1984) gut zusammen. Von einer immer größeren Gruppe von fachlich involvierten Wissenschaftler:innen wird das thermische Dogma jedoch – sehr sauber begründet – als zu kurz greifend kritisiert:
    1. Zunächst in einem Grundsatzartikel[4] der ICBE-EMF (icbe-emf.org), der zahlreiche führende praktizierende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Mobilfunkstrahlungsforschung angehören.
    2. Im IEEE-Magazin erschien jüngst ein Artikel von Prof. James Lin,[5] der darlegt, wieso die Grenzwerte und das zugrundeliegende thermische Dogma nicht geeignet sind, die Bevölkerung vor Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung zu schützen. Prof. Lin könnte man als den ‚Papst‘ im Bereich HF-EMF-Forschung bezeichnen, sein Wort hat Gewicht.
    3. Im Review von Hu et al. (2021)[6] heißt es: „Die Energie nichtionisierender Strahlung reicht nicht aus, um chemische Bindungen direkt aufzubrechen. Daher ist das Auftreten von DNA-Schäden bei Exposition gegenüber nichtionisierender EMR in erster Linie eine Folge der Bildung von ROS, gefolgt von oxidativem Stress. Zahlreiche Tierversuche haben eindeutig gezeigt, dass nichtthermische EMR oxidativen Stress verursachen kann (115, 116), insbesondere im Gehirn (3, 117–119).“[7] (Übersetzung diagnose:funk).
    4. Dieser nicht-thermische Wirkmechanismus wird in Bezug auf andere Endpunkte durch den Review von Mevissen et al. (2022)[8] zu oxidativem Zellstress bestätigt – erstellt im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Umwelt

Wurden die Studien überhaupt gelesen?

  • Bei Min. 26:18 erwähnen Sie Beobachtungsstudien und zitieren ausgerechnet die COSMOS-Studie, die zum Teil von der Mobilfunkindustrie finanziert wurde.[9] Ähnlich wie die oben genannten WHO-beauftragten Reviews wird auch die COSMOS-Studie aufgrund methodischer Schwächen in der Wissenschaftsgemeinschaft stark kritisiert: „Because of these flaws, the study does not provide reliable estimates of the risks of tumors associated with exposure to mobile phone radio frequency radiation.“[10] Warum haben Sie nicht die epidemiologische Studienreihe der Hardell-Gruppe[11] zitiert, die für die IARC Grundlage war für die Einstufung der Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ im Jahr 2011?
  • Bei Min. 26:22 nennen Sie Tierstudien, verweisen dabei auf den Review von Mevissen et al. (2025) (siehe Link-Fehler oben), nennen aber nicht die Bedeutung, die diese Tierstudien in der Bewertung des Krebspotenzials haben: Mevissen et al. schreiben nämlich:[12]
    1. „For brain tumors (20 studies), including 5 chronic bioassays (1,902 mice, 6,011 rats), an increase in glial cell-derived neoplasms was reported in two chronic bioassays in male rats. The CoE for an increased risk in glioma was judged as high.“
    2. „For neoplasms of the heart (4 chronic bioassays with 6 experiments), 3 studies were performed in rats (∼2,165 animals), and 1 in mice (∼720 animals). Based on 2 bioassays, statistically significant increases in malignant schwannomas was judged as high CoE for an increase in heart schwannomas in male rats.“ (CoE = Certainty of evidence = Sicherheit der Beweislage)

Sowohl in den Studien zur Technikfolgenabschätzung des EU-Parlaments[13] und des Deutschen Bundestags[14] als auch vom HF-EMF-Papst Prof. James Lin werden gerade die NTP-Studien und die Ramazzini-Studie als besonders wichtig, „qualitativ hochwertig“ und als „Goldstandard“ bezeichnet. Die Tatsache, dass in Maus- und Rattenmodellen, die biologisch auf Zellebene der Biologie des Menschen entsprechen, statistisch signifikantes Krebspotenzial gefunden wurde, hätten Sie an dieser Stelle erwähnen müssen. Stattdessen formulieren Sie das genaue Gegenteil: „… keinen Zusammenhang zwischen Handy- oder WLAN-Nutzung und irgendwelchen gesundheitlichen Schäden“. Bitte erklären Sie uns dies.

Unsere weiteren Fragen an Sie bezüglich der Sendung:

  1. Warum wird die Studienlage zu nicht-thermischen Wirkungen von Ihnen nicht vollständig beachtet? Sie ist im EMF-Portal dokumentiert. Wir haben in unserem Überblick Nr. 3[15] eine Auswahl von 70 Studien gelistet, basierend auf diesem Referenzportal. In unserer Datenbank EMF:data[16] sind nach Endpunkt aufgegliedert über 700 Studien gelistet, die Effekte durch Funkstrahlung zeigen. In den Studien zur Technikfolgenabschätzung des EU-Parlaments und des Deutschen Bundestags werden ebenfalls zahlreiche Studien zu nicht-thermischen Wirkungen aufgelistet.
  2. Warum wird die Studienlage zu WLAN ausgeklammert, zu der bereits 2014 im Springer-Reference-Book von Naziroglu/Akman[17] ein Review erschien, der das pathologische Potenzial und den Wirkmechanismus nachwies? Zu WLAN-Wirkungen unterhalb der Grenzwerte gibt es dutzende peer-reviewte Studien, die wir in unserem Überblick Nr. 6[18] gelistet haben. Im Review von Wilke (2018),[19] erschienen in der Fachzeitschrift umwelt-medizin-gesellschaft, sind über 100 Studien ausgewertet und die Gesundheitsgefährdung durch WLAN beschrieben.
  3. Warum wird die Studienlage zu Mobilfunk und Gehirn ausgeklammert? Im maßgeblichen Review von Hu et al. (2021) und seit vielen Jahren im ElektrosmogReport besprochenen und in Nachfolgestudien peer-reviewed bestätigten Forschungsergebnissen sind pathologische Auswirkungen dokumentiert.[20] 50 dieser Studien sind in unserem Überblick Nr. 4[21] dokumentiert.
  4. Warum wird die Studienlage zur Fertilität ausgeklammert, die für Ihre Zielgruppe besonders relevant ist? Als Referenzen gelten dazu der Review von Kim et al. (2022),[22] die Schweizer Kohortenstudie[23] und die STOA-Studie des EU-Parlaments.

 

Mit freundlichen Grüßen und in Erwartung Ihrer Antwort auf unsere Fragen

Peter Hensinger (Vorstand, Bereich Wissenschaft)

Matthias von Herrmann (Pressereferent)

 

Quellen

[1]     https://www.fernsehserien.de/maithink-x-die-show/folgen/9x02-5g-wlan-und-co-wann-ist-strahlung-schaedlich-1831975

https://www.youtube.com/watch?v=TvJK0l9RR9Y

https://presseportal.zdf.de/biografien/uebersicht/nguyen-kim-dr-mai-thi

[2]     Behauptungen & Scheinargumente Teil I – „Mobilfunkstrahlung hat zu wenig Energie, um Zellen zu schädigen. Oxidativer Stress ist unplausibel.“ https://www.diagnose-funk.org/1441

[3]     Melnick RL, Moskowitz JM, Héroux P, Mallery-Blythe E, McCredden JE, Herbert M, Hardell L, Philips A, Belpoggi F, Frank JW, Scarato T, Kelley E, International Commission on the Biological Effects of Electromagnetic Fields (ICBE-EMF). The WHO-commissioned systematic reviews on health effects of radiofrequency radiation provide no assurance of safety Kommentar, Environ Health 2025; 24: 70, https://www.emf-portal.org/de/article/60995  

[4]     International Commission on the Biological Effects of Electromagnetic Fields (ICBE-EMF). Scientific evidence invalidates health assumptions underlying the FCC and ICNIRP exposure limit determinations for radiofrequency radiation: implications for 5G. Environ Health 21, 92 (2022). https://doi.org/10.1186/s12940-022-00900-9

[5]     Lin JC (2025): Health and safety practices and policies concerning human exposure to RF/microwave radiation, Front Public Health 2025; 13: 1619781. https://doi.org/10.3389/fpubh.2025.1619781

[6]     Hu C, Zuo H and Li Y (2021) Effects of Radiofrequency Electromagnetic Radiation on Neurotransmitters in the Brain. Front. Public Health 9:691880. https://doi.org/10.3389/fpubh.2021.691880

[7]     Fortsetzung des Zitats: „Es wurde dokumentiert, dass eine nicht-thermische EMR-Exposition von 900 MHz oder 2,45 GHz bei Ratten, sowohl kurz- als auch langfristig, durch die Induktion von oxidativem Stress neuronale Dysfunktionen und Apoptose von Pyramidenzellen im Hippocampus (117, 120) und Purkinje-Zellen im Kleinhirn (121) auslösen kann. Darüber hinaus spielt der mitogenaktivierte Phosphokinase(MAPK)-Signalweg eine Schlüsselrolle bei der Zellproliferation und dem Stoffwechsel. Die Phosphorylierung von Transkriptionsfaktoren im Downstream erfolgt nach Aktivierung des MAPK-Kaskaden-Signalwegs (89, 122). Die Proliferation und das Überleben verschiedener Zelltypen können durch niedrige Konzentrationen freier Radikale stimuliert werden.“

[8]     Schuermann, D.; Mevissen, M. Manmade Electromagnetic Fields and Oxidative Stress—Biological Effects and Consequences for Health. Int. J. Mol. Sci. 2021, 22, 3772. https://doi.org/10.3390/ijms22073772

[9]     COSMOS-Studie Feychting et al. (2024), Funding: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412024001387#s0055

[10]    Kritik an der COSMOS-Studie: https://doi.org/10.1016/j.envint.2024.108807

[11]    z.B. Hardell 2015, https://www.emf-portal.org/de/article/25984

[12]    Abstract / Results: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412025002338#ab010

[13]    STOA-Studie 2021: https://www.europarl.europa.eu/thinktank/de/document/EPRS_STU(2021)690012

[14]    TA-Bericht 2023: https://dserver.bundestag.de/btd/20/056/2005646.pdf

[15]    Überblick Nr. 3 „Zeigt Mobilfunk auch nicht-thermische Wirkungen?“ https://www.diagnose-funk.org/2090#3

[16]    Studienüberblick: https://www.emfdata.org/de/studienueberblick

[17]    Naziroglu, M., Akman, H. (2014): Effects of Cellular Phone – and Wi-Fi – Induced Electromagnetic Radiation on Oxidative Stress and Molecular Pathways in Brain, in: I. Laher (ed): Systems Biology of Free Radicals and Antioxidants, Springer Berlin Heidelberg, 106, S. 2431-2449. https://www.emfdata.org/de/studien/detail?id=410

[18]    Überblick Nr. 6 „Ist WLAN schädlich?“ https://www.diagnose-funk.org/2090#6

[19]    Wilke (2018): https://www.emfdata.org/de/studien/detail?id=439

[20]    Eine Auswahl peer-reviewed publizierter, im EMF-Portal gelisteter Studien zum Endpunkt Gehirn (chronologisch):

  • K. Hoffmann, F. Bagorda, A. F. G. Stevenson & G. Teuchert-Noodt (2001). Electromagnetic exposure effects the hippocampal dentate cell proliferation in gerbils [Meriones unguiculatus], Indian Journal of Experimental Biology, Band 39, Dezember 2001, S. 1220–1226, https://www.emf-portal.org/de/article/9076
  • Salford LG, Brun AE, Eberhardt JL, Malmgren L, Persson BR (2003). Nerve cell damage in mammalian brain after exposure to microwaves from GSM mobile phones.  Environ Health Perspect 111 (7): 881-3, https://www.emf-portal.org/de/article/9462
  • Divan HA, Kheifets L, Obel C, Olsen J (2008). Prenatal and postnatal exposure to cell phone use and behavioral problems in children, Epidemiology 2008; 19 (4): 523-52, https://www.emf-portal.org/de/article/15935
  • Odaci E, Bas O, Kaplan S (2008). Effects of prenatal exposure to a 900 MHz electromagnetic field on the dentate gyrus of rats: a stereological and histopathological study. Brain Res 2008; 1238: 224-229, https://www.emf-portal.org/de/article/16324
  • Bas O, Odaci E, Kaplan S, Acer N, Ucok K, Colakoglu S (2009). 900 MHz electromagnetic field exposure affects qualitative and quantitative features of hippocampal pyramidal cells in the adult female rat, Brain Res 2009; 1265: 178-185, https://www.emf-portal.org/de/article/16815
  • Bas O, Odaci E, Mollaoglu H, Ucok K, Kaplan S (2009). Chronic prenatal exposure to the 900 megahertz electromagnetic field induces pyramidal cell loss in the hippocampus of newborn rats, Toxicol Ind Health 2009; 25 (6): 377-384, https://www.emf-portal.org/de/article/17435
  • Divan HA, Kheifets L, Obel C, Olsen J (2012): Cell phone use and behavioural problems in young children, J Epidemiol Community Health 2012; 66 (6): 524-529, https://www.emf-portal.org/de/article/18825
  • Bas O, Sönmez OF, Aslan A, Ikinci A, Hanci H, Yildirim M, Kaya H, Akca M, Odaci. E (2013).Pyramidal Cell Loss in the Cornu Ammonis of 32-day-old Female Rats Following Exposure to a 900 Megahertz Electromagnetic Field During Prenatal Days 13-21, Neuroquantology 2013; 11 (4): 591-599, https://www.emf-portal.org/de/article/26767
  • Odaci E, Hanci H, Ikinci A, Sonmez OF, Aslan A, Sahin A, Kaya H, Colakoglu S, Bas O (2016). Maternal exposure to a continuous 900-MHz electromagnetic field provokes neuronal loss and pathological changes in cerebellum of 32-day-old female rat offspring,  J Chem Neuroanat 2016; 75 Pt B: 105-110, https://www.emf-portal.org/de/article/27904
  • Obajuluwa AO, Akinyemi AJ, Afolabi OB, Adekoya K, Sanya JO, Ishola AO (2017). Exposure to radio-frequency electromagnetic waves alters acetylcholinesterase gene expression, exploratory and motor coordination-linked behaviour in male rats, Toxicol Rep 2017; 4: 530-534, https://www.emf-portal.org/de/article/34946
  • Foerster M, Thielens A, Joseph W, Eeftens M and Röösli M (2018). A Prospective Cohort Study of Adolescents’ Memory Performance and Individual Brain Dose of Microwave Radiation from Wireless Communication. Environmental Health Perspectives, Vol. 126, No. 7, Research Open Access, https://www.emf-portal.org/de/article/35641
  • Shahin S et al. (2018). 2.45-GHz Microwave Radiation Impairs Hippocampal Learning and Spatial Memory: Involvement of Local Stress Mechanism-Induced Suppression of iGluR/ERK/CREB Signaling. Toxicological Sciences 161 (2), 349–374, https://www.emf-portal.org/de/article/33726
  • Hu C, Zuo H, Li Y (2021). Effects of Radiofrequency Electromagnetic Radiation on Neurotransmitters in the Brain. Front Public Heal. 2021;9 (August):1-15, https://www.emf-portal.org/de/article/45556
  • Mumtaz S, Rana JN, Choi EH, Han I (2022). Microwave Radiation and the Brain: Mechanisms, Current Status, and Future Prospects, Review, Int J Mol Sci 2022; 23 (16): 9288, https://www.emf-portal.org/de/article/48195
  • Nunes CO, Barriga EH (2025). Bioelectricity in Morphogenesis, Annu Rev Cell Dev Biol 2025; 41: 187-208, https://www.emf-portal.org/de/article/60997
  • Bodin R, Godin L, Mougin C, Lecomte A, Larrigaldie V, Feat-Vetel J, et al. (2025). Altered development in rodent brain cells after 900 MHz radiofrequency exposure, Neurotoxicology. 2025;111 (August), https://www.emf-portal.org/de/article/60768

[21]    Überblick Nr. 4 „Wirkt Mobilfunk auf das Gehirn?“ https://www.diagnose-funk.org/2090#4

[22]    Kim S, Han D, Ryu J, Kim K, Kim YH: Effects of mobile phone usage on sperm quality - No time-dependent relationship on usage: A systematic review and updated meta-analysis. Environ Res 2021; 202: 111784. https://doi.org/10.1016/j.envres.2021.111784

[23]    Rita Rahban, Alfred Senn, Serge Nef, Martin Rӧӧsli. Association between self-reported mobile phone use and the semen quality of young men, Andrology 2023, Download der Studie: https://www.fertstert.org/article/S0015-0282(23)01875-7/fulltext


Beachten Sie bitte auch die Publikationen von diagnose:funk, in denen wir die Wissenschaftsdebatte darstellen.

Publikation zum Thema

Titelbild:diagnose:funk
Stand: 8.9.2025Format: A4Seitenanzahl: 28 Veröffentlicht am: 01.09.2025 Bestellnr.: 252Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung umfassend zu schützen


Autor:
James C. Lin / diagnose:funk
Inhalt:
Mit diesem neuen Brennpunkt veröffentlicht diagnose:funk den Artikel „Gesundheits- und Sicherheitspraktiken und -richtlinien in Bezug auf die Exposition des Menschen gegenüber HF-/Mikrowellenstrahlung“ von Prof. James C. Lin. James C. Lin, einer der führenden Strahlungsexperten, kritisiert die Grenzwertempfehlungen der ICNIRP, die in Deutschland übernommen wurden, scharf: Sie „sind umstritten“ und „wissenschaftlich nicht begründet“, „versäumen eine wirksame Risikovorsorge und missachten zentrale Prinzipien des Strahlenschutzes.“ Die Grenzwerte ignorierten die „chronische Toxizität und Karzinogenität“ der Strahlung und seien somit „ungeeignet“, die Bevölkerung zuverlässig zu schützen. Auch aktuelle, von der WHO beauftragte Studien zu den biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung bewertet Lin negativ: Er spricht von einer „mangelnden wissenschaftlichen Qualität und der unausgewogenen Darstellung“, er kritisiert „eine erkennbare Voreingenommenheit“ der Studienautoren. Sie würden folglich die Gesundheitsrisiken verharmlosen.
diagnose:funk
Format: A4Seitenanzahl: 16 Veröffentlicht am: 12.01.2023 Bestellnr.: 250Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit zu Risiken der Mobilfunkstrahlung

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Autor:
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Ob Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich ist oder nicht, darüber wird nicht nur eine Wissenschaftsdebatte über Ergebnisse der Forschung geführt. Bei dieser Debatte geht es auch und vor allem um Produktvermarktung, in diesem Fall um das Milliardengeschäft einer Schlüsselindustrie. Dieser brennpunkt dokumentiert die Auseinandersetzung. Im Jahr 2022 gab es vier Entwarnungskampagnen, basierend auf vier Studien mit der Botschaft: Mobilfunkstrahlung ist unbedenklich für die Gesundheit, ein Krebsrisiko besteht nicht. Das beweise die MOBI-Kids-Studie, die bisher weltweit größte Studie zu Hirntumoren und Kinder. Mit der UK-Million Women Studie liege auch der Beweis für Erwachsene vor. In einem von ICNIRP-Mitglied Prof. M. Röösli verfassten Artikel zu 5G in der Zeitschrift Aktuelle Kardiologie bekamen gezielt Mediziner diese Botschaft übermittelt. Abgeordneten des deutschen Bundestages wird vom deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Umweltministerium mitgeteilt, die STOA-Studie, die Schädigungen zu Krebs und Fertilität auswertet, sei unwissenschaftlich. Diagnose:funk nahm zu allen diesen Meldungen Stellung.
April 2020Format: 10 Seiten / A4Veröffentlicht am: 03.04.2020 Bestellnr.: 240Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Der Kausalitäts-Betrug

Was die Mobilfunkdiskussion mit Alkohol, einem Affen und Kater zu tun hat- eine Auseinandersetzung mit Positionen des Bundesamtes für Strahlenschutz.
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Jörn Gutbier/Peter Hensinger
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Warum vertritt das Bundesamt für Strahlenschutz trotz der Studienlage, dass es keine Beweise für die Gesundheitsschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung gibt? Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Kernargument des Bundesamtes für Strahlenschutz, der Kausalität als Kriterium für eine Schutzpolitik. Ausnahmslos alle vorliegenden Studien, so begründet es das Bundesamt für Strahlenschutz, hätten bisher keinen kausalen Zusammenhang zwischen Strahlungseinwirkung und Zellschädigungen nachweisen können. Deshalb brauche es auch keine Schutzpolitik. Korrelationen oder Indizien reichten dafür nicht aus. Warum diese Kausalitätstheorie, die wissenschaftlich logisch erscheint, unwissenschaftlich ist, dem Vorsorgeprinzip widerspricht und in der Konsequenz Geschäftsmodelle der Industrie rechtfertigt, damit setzt sich der Brennpunkt auseinander.
diagnose:funk
Format: A4Seitenanzahl: 36 Veröffentlicht am: 01.02.2023 Bestellnr.: 249Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

ICBE-EMF: Die Zeit ist reif für neue Grenzwerte

Die neu gegründete Grenzwertkommission weist die Unwissenschaftlichkeit der geltenden ICNIRP-Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung nach
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ICBE-EMF / diagnose:funk
Inhalt:
Dieser Brennpunkt publiziert die Übersetzung der Studie der internationalen Grenzwertkommission ICBE-EMF (International Commission on the Biological Effects of EMF) „Wissenschaftliche Erkenntnisse entkräften gesundheitliche Annahmen, die den FCC (Federal Communication Commission, USA) und ICNIRP-Grenzwertbestimmungen für Hochfrequenzstrahlung zugrunde liegen: Folgen für 5G“ (2022). Darin fordert die ICBE-EMF die Rücknahme und Neufestlegung der Grenzwerte für die Exposition gegenüber hochfrequenter Funkstrahlung (HF). Die Rücknahme der Grenzwerte ist notwendig, denn ihre Festlegung beruht auf falschen Annahmen. Das Ziel neuer Grenzwerte wäre die Festlegung von Standards zum Gesundheitsschutz für Arbeitnehmer, die Öffentlichkeit und die Natur.
diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: DIN A4Seitenanzahl: 18 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

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diagnose:funk
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diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: A4Seitenanzahl: 22 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 3: Zeigt Mobilfunk auch nicht-thermische Wirkungen?


Autor:
diagnose:funk
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Überblick Nr. 3 setzt sich mit einer Hauptbegründung für die Ungefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung auseinander: Die gesetzlichen Grenzwerte würden vor Gesundheitsrisiken schützen. Es würde keine Beweise für nicht-thermische Wirkungen geben. Jedoch: Der Ausschluss von Studien mit nicht-thermischen Wirkungen für die Risikobewertung wird inzwischen von europäischen Gremien kritisiert, ebenso in juristischen Gutachten. Dieser Überblick stellt die Diskussion um das thermische Dogma seit den 1950er Jahren bis heute dar. diagnose:funk dokumentiert darin exemplarisch 70 Studien, die nicht-thermische Wirkungen zeigen. Damit wird die Schutzfunktion der geltenden Grenzwerte wissenschaftlich in Frage gestellt.
Cover:diagnose:funk
Stand: 06.08.2025Format: A4Seitenanzahl: 44 Veröffentlicht am: 01.08.2025 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 4: Wirkt Mobilfunk auf das Gehirn?


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Der Überblick Nr. 4 gibt einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (HF-EMF), wie sie durch Mobilfunkgeräte und WLAN erzeugt werden, auf das sich entwickelnde kindliche Gehirn. Auf Basis von über 50 internationalen, peer-reviewten Studien werden molekularbiologische Mechanismen beschrieben, durch die Mobilfunkstrahlung in zentrale neurophysiologische Prozesse eingreift. Besonders betroffen ist der Hippocampus, der für Gedächtnis, Lernen und Raum-Zeit-Orientierung verantwortlich ist. Die Strahlung führt nachweislich zu einer Reduktion synaptischer Plastizität, einer verminderten Expression von Glutamatrezeptoren (insbesondere NMDA) sowie einer signifikanten Abnahme des Wachstumsfaktors BDNF. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Reifung neuronaler Netzwerke und stören die Hirnaktivität durch eine Desynchronisation endogener Oszillationen. Weitere dokumentierte Effekte umfassen die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke, oxidativen Stress, mitochondriale Schäden und kognitive Entwicklungsdefizite. Epidemiologische Studien weisen zusätzlich auf Zusammenhänge mit Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen und emotionalen Dysregulationen hin. Angesichts der besonderen Vulnerabilität des kindlichen Gehirns fordert der Artikel die Anwendung des Vorsorgeprinzips in pädagogischen Einrichtungen und eine strahlenminimierte Gestaltung von Bildungsumgebungen. Die vorgelegten Ergebnisse belegen, dass die HF-EMF-Exposition als eigenständiger Risikofaktor in der Frühentwicklung ernst genommen werden muss.
diagnose:funk
Stand: 03.12.2024Format: A4Seitenanzahl: 27 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 6: Ist WLAN schädlich?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 6 dokumentiert die Studienlage zu WLAN und die Alternativen. Da WLAN eine lizenz- und oft kostenlose Frequenz ist, die deshalb Jugendliche besonders oft nutzen, hat die Studienlage zu den WLAN-Frequenzen eine besondere Bedeutung. Die WLAN-Frequenz ist besonders gut untersucht. Es liegen Erkenntnisse über Auswirkungen auf das Gehirn und in der Folge auf den Schlaf, das Gedächtnis, räumliches Denken, das Erbgut, die Blut-Hirn-Schranke, vor, aber auch auf die Fertilität, das Auge, das EEG und auf die Auslösung entzündlicher Erkrankungen durch oxidativen Zellstress.
Artikel veröffentlicht:
30.10.2025
Artikel aktualisiert:
19.11.2025
Autor:
diagnose:funk
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