Studien im ElektrosmogReport 3/2025
Mobilfunk & WLAN schädigen Spermien
Beeinflusst Elektrosmog im ART-Labor die Spermienqualität? Eine Querschnittsbeobachtungsstudie
Baldini GM, Lot D, Ferri D, Montano L, Tartagni MV, Malvasi A, Laganà AS, Palumbo M, Baldini D, Trojano G (2025). Does Electromagnetic Pollution in the ART Laboratory Affect Sperm Quality? A Cross-Sectional Observational Study. Toxics, 13(6), 510. https://doi.org/10.3390/toxics13060510
Die vorliegende Querschnittsstudie von Baldini et al. (2025) untersucht mögliche Auswirkungen verschiedener elektromagnetischer Quellen auf die Motilität menschlicher Spermien in vitro. Die Intensität des elektromagnetischen Feldes wurde gemessen: Mobiltelefon (1,610 V/m Spitze; 0,295 V/m Durchschnitt) und WLAN-Repeater (4,259 V/m Spitze; 0,241 V/m Durchschnitt) erzeugten hierbei die stärksten Felder. Es wurde eine statistisch signifikante Abnahme der progressiven Motilität der Spermien sowohl beim Mobiltelefon (iPhone 12) als auch beim Ubiquiti UniFi 6-WLAN-Repeater dokumentiert.
Honigbienen im Faradayschen Käfig
Das Verhalten von Honigbienen in einem Faraday-geschirmten Bienenstock: Zwingende Schumann-Resonanz für das Überleben des Volkes.
Favre, D., and Johansson, O. (2025). Honeybees’ Behaviour in a Faraday-Shielded Hive: Mandatory Schumann Resonance for Colony Survival. International Journal of Research - GRANTHAALAYAH, 13(4), 25–38. https://doi.org/10.29121/granthaalayah.v13.i4.2025.6023
Bienenstöcke wurde gegenüber Strahlung mit einem Faradayschen Schirm abgeschirmt, ein leitfähiges Gehäuse, das elektromagnetische Felder durch Umverteilung elektrischer Ladungen abschirmt. Er wird zur Abschirmung verschiedener Objekte (Elektronik usw.) vor Störungen verwendet. Das wirkte sich nicht positiv aus. Während der ersten Jahre (2013—2022), die für die Untersuchung des Schicksals von Honigbienenvölkern in Faraday-geschirmten Bienenstöcken verwendet wurden, verhielten sich die Völker desorientiert, da die Königin nicht mehr in der Lage war, Eier zu legen und weibliche Arbeitsbienen zu gebären, insbesondere nach dem Winter.
Natürliche elektromagnetische Felder, wie die primäre Schumann-Resonanz und ihre Oberschwingungen, scheinen tatsächlich als Umweltreize zu fungieren und biologische Rhythmen und die Entwicklung verschiedener Organismen zu beeinflussen. Obwohl die Bienenkönigin im Vergleich zu den Arbeiterinnen weniger direkt auf die Navigation angewiesen ist, könnte das Fehlen von geomagnetischen Feldern in einem Faradayschen Käfig kaskadenartige Auswirkungen auf ihre Gesundheit, ihr Verhalten und ihre Fortpflanzungsleistung haben. Das langfristige Überleben, die Stabilität und die Produktivität der Bienenvölker wurden in einem Faraday-geschützten Bienenstock nie erreicht. Es stellte sich schließlich heraus, dass das Vorhandensein eines Schumann-Generators für das langfristige Wohlergehen der Honigbienenvölker absolut entscheidend war.
Mobile Geräte und Prostatakrebs
Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen und der Zusammenhang mit Prostatakrebs
Hardell L, Carlberg M (2025). Use of Mobile and Cordless Phones and The Association with Prostate Cancer. Fortune Journal of Health Sciences. 2025;8:267-73. https://doi.org/10.26502/fjhs.272
In diesem Artikel stellen Hardell und Carlberg Hinweise für den Zusammenhang zwischen Hochfrequenz-Strahlungsexposition und dem Risiko für Prostatakrebs vor. Die Literatur zu HF-Strahlung und Prostatakrebs ist noch spärlich. Das wichtigste Ergebnis dieser Studie war ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs im Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen. Das Risiko nahm mit der Latenzzeit und der kumulativen Nutzung in Stunden zu und war am höchsten bei einer Latenzzeit von mehr als 10 Jahren. Die Ergebnisse dieser Studie werden durch Daten aus der UK Biobank Study gestützt (Zhang et al. 2024). Die NTP-Studie unterstützt ein erhöhtes Risiko für Prostataneoplasien.
WHO-beauftragte Studie bestätigt karzinogene Wirkung von hochfrequenten EMF
Auswirkungen von hochfrequenter elektromagnetischer Befeldung auf Krebs in Tierversuchen, eine systematische Übersicht
Mevissen M, Ducray A, Ward JM, Kopp-Schneider A, McNamee JP, Wood AW, Rivero TM, Straif K (2025). Effects of radiofrequency electromagnetic field exposure on cancer in laboratory animal studies, a systematic review. In Environment International (Vol. 199, Issue February 2024). https://doi.org/10.1016/j.envint.2025.109482
Ziel dieser von der WHO mitfinanzierten Übersichtsarbeit von Mevissen et al. (2025) ist es, experimentelle Tierstudien zu dem Thema erhöhte Krebsinzidenz systematisch und qualitätsgesichert zu analysieren und die Stärke der Evidenz nach GRADE/OHAT einzuschätzen. Die Organsysteme, in denen mindestens eine Studie über befeldungsbedingte Auswirkungen berichtete, wurden detailliert analysiert. Dies beinhaltet das Lymphsystem, Gehirn, Herz, Nebennieren, Leber und Lunge. Ein erhöhtes Auftreten von Krebs als Resultat von Mobilfunkbefeldung wurde im Herz (maligne Schwannome) und Gehirn (maligne Gliome) mit hoher Evidenzqualität festgestellt. Des Weiteren ergab die Analyse ein erhöhtes Auftreten von Tumoren im Lymphsystem (maligne Lymphome), Leber (Hepatoblastome), Lunge (bronchioaveoläre Neoplasien) und Nebennieren (Phäochromozytom) mit moderater Evidenzqualität. Die Daten der Studie weisen eindeutig auf eine krebserregende Wirkung von Mobilfunk in Tiermodellen hin, welche das aktuell beste Instrument darstellen, um Krebsrisiken für den Menschen bewerten zu können.
Berechnungen weisen auf Wirkmechanismus hin
Radikalpaar-Modell für Magnetfeldeffekte auf die NMDA-Rezeptoraktivität
Nair PS, Zadeh-Haghighi H, Simon C (2024): Radical pair model for magnetic field effects on NMDA receptor activity. Scientific Reports, 14(1), 1–9. https://doi.org/10.1038/s41598-024-54343-y
Die Wirkungen magnetischer Felder auf biologische Systeme wurden von Nair et al. (2024) u. a. im Kontext von Magnetorezeption, der „inneren“ Uhr und Genotoxizität untersucht. Bei dem sogenannten Radikalpaar-Mechanismus (RPM) handelt es sich um ein quantenmechanisches Phänomen, welches vielversprechend erscheint, um Wirkungen erklären zu können. In der vorliegenden Publikation werden die Auswirkungen eines statischen Magnetfeldes (0,15 bis 100 mT) auf die NMDA-Rezeptoraktivität untersucht. Die Resultate der Studie weisen darauf hin, dass der Radikalpaar-Mechanismus eine Grundlage dafür bildet, wie elektromagnetische Felder auf biologische Systeme, in diesem Fall auf den NMDA-Rezeptor in Neuronen, wirken können. Sollte sich herausstellen, dass der radikalpaarbasierte Wirkmechanismus experimentell Bestand hat, wäre dies eine bahnbrechende Erkenntnis wie uns elektromagnetische Felder beeinflussen können. Insbesondere im Hinblick auf die große Bedeutung von NMDA-Rezeptoren für Lern- und Gedächtnisleistung, u.a. für die Langzeitpotenzierung (LPT) und die Hebbsche Lernsynapse, stellt dies einen brisanten Ansatz dar.
Mechanismen der biologischen Wirkung von EMF
Ein umfassender Mechanismus der biologischen und gesundheitlichen Auswirkungen von anthropogenen extrem niederfrequenten und drahtlosen elektromagnetischen Kommunikationsfeldern.
Panagopoulos DJ, Yakymenko I, De Iuliis GN, Chrousos GP (2025). A comprehensive mechanism of biological and health effects of anthropogenic extremely low frequency and wireless communication electromagnetic fields. Frontiers in Public Health. 2025 Jun 4;13:1585441. https://doi.org/10.3389/fpubh.2025.1585441
Das internationale Expertenteam untersuchte, welche Mechanismen Zellschädigungen durch EMF herbeiführen. Vom Menschen erzeugte EMF mit Frequenzen bis zur unteren Grenze des Infraroten können chemische Bindungen nicht direkt aufbrechen und keine Ionisierung verursachen. Wie sind dann vom Menschen erzeugte EMF bei Umweltintensitäten in der Lage, DNA und andere biologische Moleküle zu ionisieren? Was ist die einzigartige Eigenschaft, die vom Menschen erzeugte EMF in die Lage versetzt, im Gegensatz zu natürlichen EMF, einschließlich Licht, schädliche biologische und gesundheitliche Wirkungen hervorzurufen? Es hat sich gezeigt, dass diese Eigenschaft in der Polarisation und Kohärenz in Verbindung mit der Variabilität niedriger Frequenzen (ULF/ELF) liegt. In der vorliegenden Arbeit liefern Panagopoulos & Yakymenko et al. eine aktualisierte Beschreibung, wie vom Menschen verursachte EMF auf nicht-thermischer Ebene in der Lage sind, eine Funktionsstörung der spannungsgesteuerten Ionenkanäle (VGICs) in den Zellmembranen auszulösen, wodurch eine Überproduktion von ROS und Oxidativer Zellstress ausgelöst wird, die wiederum für die meisten bekannten negativen biologischen/gesundheitlichen Auswirkungen, einschließlich DNA-Schäden und damit zusammenhängende Pathologien, verantwortlich sind.
Mobilfunk-Basisstationen und unspezifische Gesundheitssymptome
Größere Häufigkeit von Symptomen in Verbindung mit einer Befeldung von Mobilfunk-Basisstationen in einer hügeligen, dicht besiedelten Stadt in Mizoram, Indien
Sailo L, Laldinpuii, Zosangzuali M, Weller S, Varte CL, Tochhawng L, McCredden JE, Zothansiama (2025). Greater prevalence of symptoms associated with higher exposures to mobile phone base stations in a hilly, densely populated city in Mizoram, India. Electromagnetic Biology and Medicine, 00(00), 1–20. https://doi.org/10.1080/15368378.2025.2513900
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Belastung durch Funkstrahlung von Mobilfunksendeanlagen (900-1900 MHz) mit einem deutlich vermehrten Auftreten verschiedenster gesundheitlicher Beschwerden verbunden ist – auch bei Expositionen weit unterhalb der geltenden Grenzwerte. Die Studie untersucht unspezifische gesundheitliche Beschwerden in Abhängigkeit von der Nähe zum Wohnort zu Mobilfunk-Basisstationen (MFBS). Anlass waren Berichte über vermehrte Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Niedergeschlagenheit nach deren Installation. Bei allen vier Symptomkategorien (psychisch, kognitiv, entzündlich und anatomisch) wurden statistisch signifikante Korrelationen zwischen der Stärke der Exposition und der Häufigkeit des Symptomauftretens gefunden.
Mobilfunkdebatte um die Deutungshoheit
Klaus Scheler (2025): Kommentar zur Bewertung der Studie von Bozok et al. durch das Bundesamt für Strahlenschutz
In ElektrosmogReport 3/2023 [3] wurde die Studie von Bozok et al. (2023) besprochen und ihre Ergebnisse als konstruktiver Beitrag zur Problematik der Wirkung von HF-EMF auf den Herzmuskel bewertet. Fast gleichzeitig zum Erscheinen der Studie im EMF-Portal erschien eine Bewertung vom Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), das die Studie rundum abwertet mit dem Fazit „Aus diesem Grund liefert die Studie keinen verlässlichen Beitrag zum aktuellen Kenntnisstand hinsichtlich HF-EMF und Effekten auf das Herz.“ Die angeführten Gründe für die Studienabwertung werden dem Anliegen und den Aussagen der Studie nicht gerecht. Die Kritik ist daher zurückzuweisen, wie folgende Gegendarstellung im Einzelnen zeigt.
Stört Mobilfunk die Thermoregulation?
Elektromagnetische Felder von Mobiltelefonen: Ein Risiko für die Erhaltung der Energiehomöostase?
Seewooruttun C, Mai TC, Corona A, Delanaud S, Seze R de, Bach V, Desailloud R, Pelletier A. (2025). Electromagnetic fields from mobile phones: A risk for maintaining energy homeostasis? Annales d’Endocrinologie, 86(3), 101782. https://doi.org/10.1016/j.ando.2025.101782
Die Studie untersuchte die mobilfunkabhängige Thermoregulation. Eine Störung der thermischen Homöostase kann Kreislauf, Nerven, Hormonsystem und besonders die Schilddrüse belasten. Sowohl Verhaltens- bzw. physiologische Tests, als auch biochemische Marker, sprechen für eine Störung der thermischen Homöostase durch Mobilfunk niedriger Intensität. Diese Imbalance kann sogar so weit gehen, dass die Körperkerntemperatur steigt. Die Kombination aus verändertem Verhalten (Thermopräferenz), autonomen Anpassungen (Vasokonstriktion) und molekularen Veränderungen (Fettgewebe Umwandlung) weisen auf eine Modulation der Energiehomöostase durch EMF hin. Die Studienlage zu Langzeitversuchen ist jedoch noch äußerst spärlich. Insgesamt fordern die Wissenschaftler eine genauere Untersuchung der Beeinflussung thermoregulatorischer Effekte, insbesondere unter Berücksichtigung der Schilddrüse.
EHS Grundlagenforschung
Hautfibroblasten von Personen, die selbst als elektrosensibel diagnostiziert wurden, weisen zwei unterschiedliche Untergruppen mit verzögerter Nukleosynthese des ATM-Proteins auf.
Sonzogni L, Al-Choboq J, Combemale P, Massardier-Pilonchéry A, Bouchet A, May P, Doré JF, Debouzy JC, Bourguignon M, Dréan YL, Foray N (2025). Skin Fibroblasts from Individuals Self-Diagnosed as Electrosensitive Reveal Two Distinct Subsets with Delayed Nucleoshuttling of the ATM Protein in Common. International Journal of Molecular Sciences. 2025 May 16;26(10):4792. https://doi.org/10.3390/ijms26104792
Elektromagnetische Überempfindlichkeit (EHS) und ihr kausaler Zusammenhang mit Hochfrequenzen stellen eine wichtige Frage der öffentlichen Gesundheit dar. Da sich gezeigt hat, dass sowohl die zelluläre als auch die klinische (Röntgen-) Strahlenempfindlichkeit mit gestörter Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen (DSB) in Verbindung steht, die vom ATM-Kinaseprotein, einem Hauptakteur der Stressreaktion, abhängen. Die ATM-Proteinkinase (Ataxia-Telangiectasia Mutated) ist ein wichtiges Enzym, das eine zentrale Rolle bei der zellulären Reaktion auf DNA-Schäden spielt, insbesondere bei Doppelstrangbrüchen. Sie ist ein Sensor und Mediator im DNA-Schadens-Antwortweg und aktiviert verschiedene zelluläre Prozesse, um die DNA-Reparatur zu fördern oder den Zelltod einzuleiten. Deshalb wurde die Funktionalität der ATM-abhängigen DSB-Erkennungs- und Reparaturwege in Hautfibroblasten von EHS-Patienten untersucht. Dass alle teilnehmenden 26/26 EHS-Patienten einen verzögerten strahleninduzierten ATM-Zellkern-Transfer (RIANS) aufweisen, deutet darauf hin, dass eine größere Kohorte diese endgültige Schlussfolgerung nicht drastisch verändert hätte. Das Vorhandensein von spontanen Einzel- und Doppelstrangbrüchen oder Mikrokerne in EHS-Patienten-Zellen spiegelt wahrscheinlich einen enormen oxidativen Stress und eine erhebliche genomische Instabilität wider. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit den Immunschwäche-Reaktionen.
Laptops/Tablets und männliche Fruchtbarkeit
Die Nutzung von Laptops und Tablets und ihr Einfluss auf die Gesamtanzahl der beweglichen Spermien: Besteht ein Zusammenhang zwischen Laptops und Unfruchtbarkeit bei jamaikanischen Männern?
Sterling L, Carroll K, Harris LR (2024). Laptop and tablet use and their influence on total motile sperm count parameters: are laptops linked to infertility in Jamaican men?. Rev Int Androl. 2024 Dec 1;22(4):25-32. http://doi.org/10.22514/j.androl.2024.027
Die Autoren untersuchten den Zusammenhang zwischen der Gesamtzahl der beweglichen Spermien (TMSC), die ein Prädiktor für die männliche Fruchtbarkeit sind, und der Nutzung von Laptops und Tablets bei jamaikanischen Männern, die sich wegen Unfruchtbarkeit untersuchen lassen haben. Die Geräte strahlen mit WLAN. Die Studie ergab, dass bei diesen Männern die Laptop-Nutzung das Spermavolumen verringerte. Bei Nutzern, die 2 bis 5 Stunden pro Tag am Laptop verbrachten, war die Wahrscheinlichkeit, dass bei ihnen ein niedriges Spermavolumen diagnostiziert wurde, etwa 16 Mal höher wie bei geringer Nutzung. Auch zwischen hoher Laptop-Nutzung und dem TMSC-Wert wurde ein signifikanter Zusammenhang festgestellt. Dieses Ergebnis ist von großer klinischer Bedeutung.
Mobilfunk verändert Gehirnwellen und Erregbarkeit
Auswirkungen von Mobilfunkbefeldung auf Gehirnwellen und kortikale Erregbarkeit: eine Übersichtsarbeit (Scoping Review)
Torkan A, Zoghi M, Foroughimehr N, Yavari A, Jaberzadeh S. (2025). Effects of Mobile Electromagnetic Exposure on Brain Oscillations and Cortical Excitability: Scoping Review. Sensors, 25(9), 1–20. https://doi.org/10.3390/s25092749
Torkan et al. (2025) untersuchten, ob und wie Mobilfunkstrahlung die Hirnfunktion beeinflussen kann. Die vorliegende „Scoping Review“ trägt den aktuellen Forschungsstand auf Gehirnwellen (EEG) und kortikaler Erregbarkeit (TMS) bei gesunden Erwachsenen zusammen. Die Ergebnisse dieser Übersichtsarbeit weisen darauf hin, dass Mobilfunk in der Lage ist, neuronale Schwingungen und kortikale Erregbarkeit zu modulieren. Die Autoren identifizieren klaffende Lücken im Forschungsstand, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Risikobewertungen, nicht-thermischen Wirkungen und 5G-mm-Wellen-Applikationen.
WLAN Wirkung auf Bienen und Hummeln
Hochfrequente elektromagnetische Felder verringern den Besuch von Hummeln an Blumen.
Treder M, Glück M, England SJ, Traynor KS. Radiofrequency electromagnetic fields reduce bumble bee visitation to flowers (2025). Environmental Pollution. 2025 Jul 14:126836. https://doi.org/10.1016/j.envpol.2025.126836
Die Bienenexperten der Arbeitsgruppe Treder et al. an der Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim, Deutschland untersuchten, ob die Exposition durch die üblicherweise verwendeten WLAN-Frequenzen die Blütenbesuchsrate von Bestäubern an Pflanzen und damit ihr Nahrungsverhalten beeinflussen könnte. Das Experiment wurde im Sommer 2023 und 2024 durchgeführt. Ziel war es, die kurzfristigen Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf die Besuchsraten und das Suchverhalten von Honigbienen und Hummeln zu untersuchen. Für die Bestäuber insgesamt wurde im Hauptmodell ein signifikanter negativer Effekt von EMF auf den Blütenbesuch festgestellt. Eine genauere Betrachtung der Daten zeigt, dass dieser Effekt besonders deutlich für die Gruppe der Hummeln ist, die signifikant häufiger (um 28 % erhöht) auf den Blüten zu finden waren, wenn die Pflanzen nicht bestrahlt wurden. Im Gegensatz dazu wurde dieser Effekt für die Gruppe der Honigbienen nicht gefunden.
WLAN führt zu degenerativen Veränderungen in Hoden
Histomorphometrie und Spermienqualität bei männlichen Ratten, die mit 2,45 GHz befeldet wurden
Vijay S, Ibrahim SF, Osman K, Zulkefli AF, Ros MFM, Jamaludin N, Taha SMAS, Hairulazam A, Jaffar FHF (2025). Histomorphometry and sperm quality in male rats exposed to 2.45 GHz Wi-Fi. Reproduction, 169(5). https://doi.org/10.1530/REP-25-0048
Die vorliegende Studie von Vijay (2025) analysiert die Auswirkungen von 2,45-GHz-WLAN auf die männliche Fruchtbarkeit anhand eines Rattenmodells. Als Strahlungsquelle diente ein kommerzieller WLAN-Router, welcher in 20 cm Abstand zu den Käfigen der Versuchstiere positioniert wurde. Die Autoren beobachteten in den exponierten Gruppen histologische Veränderungen: Ödeme im Gewebszwischenraum (Interstitium) der Hodenkanälchen, Vakuolisierung im Epithelgewebe der Nebenhoden und Vergrößerung (Hyperplasie) der Samenbläschen. Die 24-stündige tägliche Befeldung führte zu einer statistisch signifikanten Verminderung des Durchmessers der Hodenkanälchen. Ähnlich verhielt sich die Spermienkonzentration, diese sank statistisch signifikant dosisabhängig. Die Motilität war in der 4 h-Gruppe statistisch signifikant verringert, erholte sich bei der 24 h-Gruppe jedoch auf das Niveau der Kontrolle. Überraschenderweise stieg die Vitalität der Spermien bei der 24 h-Gruppe signifikant an. Die mikroskopischen Resultate der Studie weisen auf degenerative Veränderungen der männlichen Geschlechtsorgane durch die WLAN-Befeldung hin. Die strukturellen Veränderungen verursachten Störungen der Spermatogenese und Spermienreifung. Dies deute laut den Autoren darauf hin, dass 2,45-GHz-WLAN ein Risiko für die männliche Fruchtbarkeit darstellen könne.