Friedensdemos am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart

Rüstungsfirmen entwickeln ein 5G-Kriegsnetz
Am 3. Oktober 2025 finden in Berlin und Stuttgart Friedensdemos statt. Im Aufruf heißt es: „Wir sagen NEIN zu allen Kriegen und lehnen Kriegspolitik und Militarisierung unserer Gesellschaft ab. Nicht die Kriegstüchtigkeit Deutschlands ist unser Ziel, sondern Dialog und Abrüstung“ (https://nie-wieder-krieg.org/). Die Lage ist ernst, und die Bundeswehr bereitet sich mit Hochdruck auf real erwartete kriegerische Auseinandersetzungen vor. Die Initiatoren der Demos kritisieren Aufrüstungsmaßnahmen, übersehen aber einen wesentlichen Bestandteil, den Aufbau der digitalen Infrastruktur für das digitale Schlachtfeld. Dabei spielt die 5G-Mobilfunkkommunikation als Hauptschlagader eine zentrale Rolle.
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Faksimile Stuttgarter Zeitung

Neue militärische Infrastruktur

„Das beste 5G für alle und alles.“ „Verbunden wie niemals zuvor.“ Damit wirbt die Telekom für den Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes. Viele finden das gut, weil sie nicht wissen: Es geht auch und vor allem um den Ausbau der militärischen Infrastruktur. Er erfolgt sowohl im Inland, auf dem Schlachtfeld als auch in der Truppe und den Waffensystemen über die Mobilfunkfrequenz 5G. „5G für alle und alles" – auch für die Steuerung neuer Waffensysteme, u.a. Drohnen und autonome Kampfroboter. „Verbunden wie niemals zuvor" – durch 5G als Hauptschlagader auf dem Schlachtfeld. 

Bundeswehrinspekteur Alfons Mais: Drohnen werden entscheidend

Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung erläutert der Inspekteur des Heeres Alfons Mais den Kern des Umbaus: „Ziel ist, dass der erste Kontakt mit dem Feind von unserer Seite unbemannt erfolgt. Dazu planen wir, immer Drohnen vor der eigenen Truppe zu haben, ob an Land, im Wasser oder in der Luft.“ Diese werden mobil über Funk gesteuert, deshalb seien „der bodennahe Luftraum und das elektromagnetische Spektrum in … Entscheidungen einzubeziehen“, die frühere Duellsituation „Panzer gegen Panzer“ „wird durch die Rundumverteidigung gegen die Bedrohung durch Drohnen und gegen den elektronischen Kampf des Gegners ersetzt … Die Durchdigitalisierung des Heeres wird uns schneller, präziser, weitreichender, sicherer und auch letaler machen“ [1].  Für diese „digitale Gefechtsführung“ braucht es eine lückenlose digitale 5G-Funk-Infrastruktur.

Generalleutnant Jörg Vollmer referiert über die digitale Vernetzung der StreitkräfteBild: Mario Bähr - Bundeswehr

"Die Frequenzen sind die Macht der Zukunft!" (Bundeswehrtagung 2019)

„Digitalpolitik ist Machtpolitik!“, so steht es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Für zukünftige Kriegsszenarien, die jetzt bereits simuliert werden, braucht es den lückenlosen Mobilfunkausbau. Sein Ausbau, auch in Naturschutzgebieten, wird nun zum "überragenden öffentlichen Interesse", beschloss der Bundestag am 26. Juni 2025 mit dem Telekommunikationsänderungsgesetz (TKÄG). Für die Gesetzesänderung stimmten CDU/CSU, AfD und SPD, dagegen votierte die Linksfraktion. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen enthielt sich. Der Ausbau der Infrastruktur soll mit diesem Beschleunigungsgesetz ohne lästige Einwände von Bürgern, Umweltverbänden und Kommunen erfolgen. Was ist hierbei das „überragende öffentliche Interesse“? „Gewinner dürften etwa Wanderer und Mountainbiker sein – auch mitten im Nirgendwo soll es bald relativ guten Mobilfunk geben“, schreibt die Stuttgarter Zeitung (25.03.2025). So viel Sorge um die Orientierung der Wanderer?

Der Grund ist ein anderer. Im Zuge der Aufrüstung und Kriegsvorbereitungen hat die lückenlose Kommunikation, sowohl der Streitkräfte und Sicherheitsorgane untereinander als auch zur Vernetzung der Waffensysteme, eine zentrale Bedeutung. Das Militärportal esut.de schreibt:

  • „Privatleute sind nicht die wichtigste Zielgruppe von 5G, denn für die meisten ihrer Anwendungsfälle ist die Technologie schlicht nicht erforderlich.“[2]

Die Nato hat vor kurzem ihre eigene multinationale 5G-Initiative gegründet. Das SpaceX /Starlink-Programm will bis zu 42.000 Satelliten zur 5G-Übertragung in den Weltraum schießen, mit militärischem Auftrag.[3] Im Ukraine-Krieg wird diese Satelliten-Kommunikation genutzt.[4] Er ist auch ein Erprobungsfeld für neue, digital gesteuerte Waffen. Die USA haben auf Grund dieser Entwicklung ein eigenes EMF-Operations Center gegründet.[5]

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5G-Offensive IMI-Analyse 2020/09Quelle: imi-online.de

5G-Offensive beim Militär: IMI-Analyse 2020 

Schwerpunkt RÜSTUNG DIGITAL. Die Informationsstelle Militarisierung (Tübingen) legte bereits 2020 Analysen vor über die Digitalisierung der Bundeswehr und die Rolle von 5G dabei. "Die Frequenzen sind die Macht der Zukunft", diesen Satz prägte auf einer Bundeswehrtagung der Präsident der BDBOS, Andreas Gegenfurtner, über die Erwartungen an zukünftige 5G-Anwendungen aus der Perspektive der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Denn das digitale Gefechtsfeld ist überall. Die Anforderungen des Militärs sind eine Haupttriebkraft für den lückenlosen Ausbau von 5G. Nicht die vernetzte Milchkanne, mit der die Parteien von Schwarz bis GRÜN diese digitale Militarisierung hoffähig machen. >>> Ausführlicher Artikel zur IMI-Broschüre auf unserer Homepage.

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Mobilfunk organisiert Verteidigung und Angriff: Nokia und Blackned entwickeln 5G-Kriegsnetz

Die Rüstungsindustrie entwickelt mit Hochdruck ein 5G-Kriegsnetz. Das Internetportal Golem berichtet (30.5.25):

  • „Nokia und die Rheinmetall-Tochter Blackned wollen zusammen 5G-Technik für das Schlachtfeld entwickeln. Dabei soll Nokias 5G-Technologie für die Kriegsführung zusammen mit der Militärsoftware von Blackned eine integrierte Plattform für den Rheinmetall Appstore Battlesuite bilden. Ziel seien eine robuste, unterbrechungsfreie Konnektivität sowie hohe Datenraten für militärische Einheiten für einen "entscheidenden Vorteil auf dem Gefechtsfeld", sagte Giuseppe Targia, Head of Space and Defense bei Nokia. Battlesuite soll für die Rüstungsindustrie und das Militär wie ein Appstore Softwaredownloads und Updates bereithalten (g+), die auf Funkgeräten und Notebooks der Bundeswehr laufen. So sollen Daten zur Steuerung herkömmlicher Waffensysteme, unbemannter Plattformen sowie künstlicher Intelligenz in einem System zusammengeführt werden.“ [6]

Verbunden werden sollen Sensoren, Radar und Drohnen, Fahrzeuge und Ausrüstung der Soldaten.

Bundeswehr plant eigenes Satelliten-System im All

Das Handelsblatt berichtet, dass die Bundeswehr eine Satelliten - Konstellation ähnlich wie Starlink von Elon Musk aufbaut:

  • "Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von mehreren hundert Satelliten, die gemeinsam eine Aufgabe erfüllen – etwa Kommunikation oder Erdbeobachtung. Eine Konstellation könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten, schätzen Experten ... Satelliten werden immer wichtiger für alle Truppenteile: Mit ihrer Hilfe können Informationen schneller übermittelt oder feindliche Stellungen genauer ausgespäht werden." (Handelsblatt 09.04.2025)

Die Bundeswehr nutzt die zivilen Mobilfunknetze für unkritische oder speziell gesicherte Kommunikation. Für operationskritische, taktische oder vertrauliche Kommunikation hat sie eigene, militärische Kommunikationssysteme. Für alle Blaulichtorganisationen und zur Bewältigung von Krisensituationen sind die zivilen Netze essenziell. Da politisch sowohl mit einem Krieg und weiteren Umweltkrisen gerechnet wird, erfolgt offensichtlich dafür der lückenlose Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur auf der Erde und im Weltraum.

„Digitalpolitik ist Machtpolitik!“ (Koalitionsvertrag)

… dieser Satz zeigt, um was es im Koalitionsvertrag geht, eine Umstrukturierung zur digitalisierten Gesellschaft und den Aufbau einer digitalen militärischen Infrastruktur, die Frank Schirrmacher voraussah. Der "Staat der Zukunft" werde "ein gigantisches kommerzielles, real existierendes Internet ... Vorherzusagen, was einer tun, kaufen, denken wird, um daraus einen Preis zu machen, diese Absicht verbindet Militär, Polizei, Finanzmärkte und alle Bereiche digitaler Kommunikation" (Frank Schirrmacher (2014).[7] Wollen wir das?

Artikel veröffentlicht:
26.09.2025
Autor:
diagnose:funk
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