Das juristische Team des „Environmental Health Trust“ (EHT) hat zusammen mit Anwohnern und „Safe Tech Hawaii“ monatelang an dieser Regelung gearbeitet. „Die Verabschiedung von Gesetz 24 ist ein bedeutender Erfolg“, sagte Zoe Berg, Juristin bei EHT. „Meines Wissens ist Hawai’i County die größte Gemeinde in den USA mit einer Vorschrift über 600 Fuß (etwa 183 Meter) Mindestabstand.“
Am 19. Juni 2025 wurde das Gesetz einstimmig beschlossen. Viele Einwohner hatten sich dafür eingesetzt, dass neue Funkmasten nicht zu nah an Wohngebieten und Schulen gebaut werden. Sie sind der Meinung, dass es auf der Insel bereits ausreichend Netzabdeckung gibt. Bereits 2020 hatte der Bezirk eine Resolution verabschiedet, in der ein Stopp für 5G gefordert wurde, bis unabhängige Tests die Sicherheit der Strahlung belegen. Anfang dieses Jahres stellte „Hawaiian Telcom“ zudem einen Plan vor, Hawaii bis 2026 vollständig mit Glasfaser zu versorgen. So könnten alle Haushalte über Kabel statt über Funk mit dem Internet verbunden werden.
Zoe Berg erklärte: „Mit Gesetz 24 erkennt Hawai’i County an, dass Sicherheitsabstände zwischen Funkmasten und sensiblen Bereichen wie Wohnungen und Schulen wichtig für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit sind. Wir danken Debra Greene und allen Bürgern des Bezirks für ihren Einsatz. Auch dem Bezirksrat danken wir für die Unterstützung eines verantwortungsvolleren Umgangs mit der Platzierung von Mobilfunkanlagen.“
Die Mobilfunkanbieter Verizon und AT&T hatten Bedenken geäußert und Ausnahmen beantragt. Diese wurden jedoch nicht bewilligt. Das endgültige Gesetz stellt dennoch einen Kompromiss dar: Der Genehmigungsprozess für Funkmasten wurde vereinfacht. Die Masten müssen jedoch Windgeschwindigkeiten von mindestens 100 Meilen pro Stunde standhalten. Zudem müssen sie in vielen Zonen des Bezirks mehr als 600 Fuß von Wohnhäusern und Schulen entfernt stehen – mit Ausnahmen für Notfall-Kommunikation. Außerdem müssen sie mindestens 120 % ihrer Höhe von jeder Grundstücksgrenze entfernt stehen. Dies ist deutlich sicherer als auf Oahu, wo Masten nur ein Fünftel ihrer Höhe von Gebäuden entfernt stehen müssen – was ein Risiko für umliegende Grundstücke darstellt.
Mit dem neuen Gesetz reiht sich Hawai’i County in eine wachsende Zahl von Gemeinden in den USA ein, die Regeln zur Größe und Platzierung von Mobilfunkmasten im Interesse der öffentlichen Sicherheit eingeführt haben. Auch Städte und Bezirke in New Hampshire, New York, Oklahoma, Idaho, Kalifornien und Massachusetts haben ähnliche Maßnahmen ergriffen. Weltweit haben zahlreiche Länder – auch in der EU – Maßnahmen eingeführt, um die Strahlenbelastung für Kinder zu reduzieren.
Wer sich in seiner eigenen Gemeinde für einen sicheren Abstand von Mobilfunkmasten einsetzen möchte, findet auf der Website der „Environmental Health Trust“ konkrete Handlungsschritte. Dort gibt es wissenschaftliche Studien, rechtliche Grundlagen und Organisationshilfen für lokale Initiativen.
Quelle: https://ehtrust.org/hawaii-county-passes-law-keeping-cell-towers-away-from-homes-and-schools/
Kommentar diagnose:funk: Der Bezirk Hawai`i anerkennt damit, dass Risiken von der Mobilfunkstrahlung ausgehen und ein Regelungsbedarf besteht. Der Mindestabstand von 180 Metern ist ein Kompromiss, Studien empfehlen 300-500 Meter. Wie groß ist das Risiko? Die neueste Studie ist die ATHEM-3 Studie. Ihr Ergebnis: Chromosomenaberrationen waren bei den Bewohnern signifikant erhöht, die der Einwirkung von hochfrequenten Feldern von GSM und LTE über eine lange Zeit (mehrere Jahre) ausgesetzt waren. Lesen Sie dazu unsere Artikelserie zur ATHEM-3 Studie. Auch in Deutschland haben die Kommunen das Recht, über Standorte mitzuentscheiden. Darüber gibt unser neues Faktenblatt Mobilfunksendeanlagen Auskunft.




