Digitalisierung als Klimarisiko: Internetnutzung heizt Erderwärmung weiter an
Die Digitalisierung gilt oft als Mittel zur Effizienzsteigerung und als Chance für den Klimaschutz – etwa durch papierloses Arbeiten, smarte Stromnetze oder virtuelle Meetings. Doch bei genauem Hinsehen zeigt sich: Der tatsächliche Energiebedarf digitaler Technologien wächst rapide – mit teils gravierenden Folgen für den Klimawandel. Beim Bundeskongress der Scientists for Future in Deutschland hat der Chemiker und Internet-Experte Torsten Beyer eindringlich vor diesem Trend gewarnt. Seiner Einschätzung zufolge verstärken Digitalisierung und Internetnutzung die Klimaerwärmung deutlich stärker, als sie ihr entgegenwirken.
Digitale Infrastruktur: Ein Stromfresser mit weltweiter Relevanz
„Wenn das Internet ein Land wäre, stünde es beim Stromverbrauch und beim CO₂-Ausstoß weltweit an dritter Stelle – gleich hinter China und den USA“, sagte Beyer. Gemeint ist damit der kombinierte Energiebedarf von Serverfarmen, Rechenzentren, Kommunikationsnetzen, Endgeräten und der gesamten digitalen Lieferkette. Die Emissionen entstehen dabei sowohl direkt durch Stromverbrauch als auch indirekt durch Herstellung, Transport und Entsorgung digitaler Geräte.
Laut Schätzungen verursachte die globale Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Jahr 2020 bereits rund 4 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen – Tendenz steigend. Durch immer leistungsfähigere Geräte, höhere Datenmengen, permanente Onlineverfügbarkeit und steigende Nutzerzahlen wächst der Energiehunger des Internets exponentiell.
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