Die Bayerische Landesregierung beauftragte zur Umsetzung des Behandlungskonzepts das Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Amtsleitung im Bereich Gesundheit: Prof. Dr. Caroline Herr. Damit wurde der Auftrag in die Hände einer psycho-pathologisierenden Umweltmedizin gegeben. Das Projekt IndikuS entstand: Interdisziplinäres Konzept zur Behandlung von Menschen, die an umweltassoziierten Symptomkomplexen leiden (IndikuS).
Im Rahmen des Projekts wurden drei Berichte verfasst. Die IndikuS-Autorinnen verknüpfen darin Umwelterkrankungen mit psychischen Lösungswegen, EHS wird zur psychischen Erkrankung. diagnose:funk verfasste eine Stellungnahme zum Projekt IndikuS (s. Downloads). Wir weisen darin strukturiert nachvollziehbar die fehlerhafte Psychopathologisierung und weitere Mängel nach.
Die Spaltung der Umweltmedizin
Die Umweltmedizin ist in Deutschland seit Jahrzehnten gespalten. Die zwei umweltmedizinischen Richtungen erkennen bei Umwelterkrankungen unterschiedliche Auslöser und folglich unterschiedliche Behandlungsansätze:
- Die „Umweltmedizin mit multisystemischem Ansatz“ versteht EHS als durch künstliche elektromagnetische Felder (kEMF) verursacht (-> umweltbedingt). Gestützt wird diese Richtung von EGKU e.V. (Zusammenschluss von dbu e.V., EUROPAEM e.V.), DGUHT e.V., DEGUZ e.V., IGUMED e.V.(aufgelöst) und KMT e.V..
- Die „Umweltmedizin mit psycho-pathologisierendem Schwerpunkt“ betrachtet bei EHS den Umweltfaktor kEMF nicht als Verursacher. Gestützt wird diese Richtung von GHUP e.V. und DGAUM e.V.
Die Unterscheidung der umweltmedizinischen Wege wird in der Tabelle dargestellt (s. Ende des Artikels).
_____________________________________________________________________________






