„Digitalpolitik ist Machtpolitik“ (S.66), dieser Kernsatz steht im Koalitionsvertrag. Er verwirklicht, wovor Frank Schirrmacher, verstorbener Herausgeber der FAZ, warnte:
- Der "Staat der Zukunft", so Schirrmacher, werde "ein gigantisches kommerzielles, real existierendes Internet ... Vorherzusagen, was einer tun, kaufen, denken wird, um daraus einen Preis zu machen; diese Absicht verbindet Militär, Polizei, Finanzmärkte und alle Bereiche digitaler Kommunikation."[1]
Die neue Bundesregierung strebt eine Gesellschaft „rein digital (digital only)“ (S.67) an, in der kein Platz mehr für ein analoges Leben ist. Der Chaos Computer Club kritisiert den Überwachungskatalog im Koalitionsvertrag als "ein Diktaturbesteck, schlüsselfertig und maßgeschneidert". Eine Voraussetzung der Überwachung ist der lückenlose Aufbau von Mobilfunksendemasten. Kernsätze im Koalitionsvertrag:
- „Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) wird mindestens so lange weitergeführt, bis die bewilligten Förderprojekte abgeschlossen sind. Wir prüfen, wie wir die bei der MIG aufgebaute Kompetenz und Expertise langfristig dafür einsetzen, den flächendeckenden Mobilfunkausbau in bisher nicht beziehungsweise unterversorgten ländlichen Gebieten voranzubringen.“ (S. 68)
- „Wir werden schnellstmöglich ein wirksames Beschleunigungsgesetz einführen, das den Mobilfunk- und Glasfaserausbau als überragendes öffentliches Interesse definiert. Ausbauhindernisse und Bürokratie bauen wir konsequent ab, zum Beispiel durch Fiktionsregelungen.“ (S. 69)[2]
Das Telekommunikationsbeschleunigungsgesetz (TKNabeg) wurde bereits von der Ampel-Regierung auf den Weg gebracht. Alle (!) Parteien stimmten ihm zu. Mit Eingaben hatten Naturschutzverbände und diagnose:funk gegen das TKNabeg protestiert. Es konnte wegen des Bruchs der Ampel-Regierung nicht mehr verabschiedet werden. Die neue Regierung will das nun nachholen.



