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Gepulste Mobilfunk- und Rundfunkstrahlung 1

bürgerwelle-schweiz.org | Juli 2006

Gepulste Mobilfunk- und Rundfunkstrahlung 1

Auch schwache elektromagnetische Strahlung schadet der Gesundheit.
Zu dieser Schädlichkeit trägt vor allem auch die Pulsung bei. Die gepulste Strahlung besteht aus Einzelimpulsen, die in starrem Takt aufeinander folgen.

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Anderthalb Jahrzehnte Praxiserfahrung: Gepulste Strahlung ist besonders aggressiv

Seit 1992 wurde die kontinuierliche Mobilfunkstrahlung der zuvor bestehenden C-Netze neu durch die gepulste Strahlung der GSM-Netze (Global System for Mobile Communications) abgelöst. Die GSM-Netze wuchsen rasch. Aber zugleich explodierte die Zahl derer, die über ungeahnt massive Beschwerden klagten. – 1996 begann die Vermarktung der DECT-Schnurlostelefone (Digital Enhanced Cordless Telecommunication). Diese senden rund um die Uhr (auch wenn nicht telefoniert wird) eine besonders scharf gepulste Strahlung aus. Schon 1999 waren die gesundheitlichen Erfahrungen von Bewohnern und Benützern damit so gravierend, dass der deutsche Umweltminister Trittin in einer Resolution aufgefordert wurde, die DECT-Telefone zu verbieten. Erfolglos. – Woher dieser «Quantensprung» der Schädlichkeit? Vor der Beantwortung dieser Frage müssen wir auf die Begriffe der thermischen und der nichtthermischen (biologischen) Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf den Organismus eingehen.

Streit im 20. Jahrhundert: Nur thermische oder auch nichtthermische Wirkungen?

Thermische Wirkungen elektromagnetischer Strahlung (das Prinzip des Mikrowellenofens!) waren und sind unbestritten. Das Körpergewebe erwärmt sich durch Absorption der Strahlungsenergie. Dieser Effekt wurde auch zur Therapie benützt (Diathermie), kann aber im Extremfall zum Tod führen. Die nichtthermische (biologische) Wirkung auf den Organismus hingegen entsteht auch bei schwacher Strahlung ohne Erwärmung. Das ist eine Wirkung, die mit Physik allein nicht begriffen werden kann. Man braucht auch Neurologie, Zellbiologie und Bioelektromagnetismus. – Im Jahre 1920 begann der kommerzielle Rundfunk. Während der militärischen Aufrüstung der Dreissigerjahre folgte die Entwicklung des zumeist mit gepulster Strahlung arbeitenden Radars. Damals kam es auch zum ersten Wissenschaftsstreit, ob nur thermische oder auch nichtthermische (biologische) Wirkungen existieren. Bereits wurden biologische Wirkungen von Funksendern als Syndrom beschrieben.

Erste Grenzwerte im Westen und im Osten

Nach dem 2. Weltkrieg begann die Verschleierung der Existenz biologischer Wirkungen durch Militär, Behörden und Industrie. In den USA wurde mehr oder weniger aufs Geratewohl ein Strahlungsgrenzwert von 10 mW/cm2; (194 V/m) festgelegt. In Osteuropa, wo umfangreiche Forschung über biologische Wirkungen betrieben wurde, war der Grenzwert tausend mal (!) kleiner. In Russland zum Beispiel lag er 1970 für täglich maximal 8 Stunden Strahlungsexposition bei 10 μW/cm2; (6 V/m), für die Gesamtbevölkerung bei 1 μW/cm2; (2 V/m).

Warnungen überhört und unterdrückt

1971 kam ein zu Handen der US-Regierung ver-fasster Untersuchungsbericht zum Schluss: «Wenn nicht in naher Zukunft angemessene Vorkehrungen und Kontrollen eingeführt werden, die auf einem grundsätzlichen Verständnis der biologischen Wirkungen elektromagnetischer Strahlung basieren, wird die Menschheit in den kommenden Jahrzehnten in ein Zeitalter der Umweltverschmutzung durch Energie eintreten, welche mit der chemischen Umweltverschmutzung von heute vergleichbar ist.» Und: «Die Folgen einer Unterschätzung oder Missachtung der biologischen Schädigungen, die infolge langdauernder Strahlungsexposition auch bei geringer ständiger Strahlungseinwirkung auftreten könnten, können für die Volksgesundheit einmal verheerend sein.» Der Bericht hatte keine Konsequenzen. In den anschliessenden Empfehlungen durften nur unverbindliche Hinweise stehen. Andere Fachleute warnten ebenfalls, aber auch sie drangen damit nicht durch.

1988: «Zusammenhang zwischen Elektromagnetismus und Krankheit bewiesen»

Ein weiteres Beispiel für den Stand des Wissens vor knapp zwei Jahrzehnten, also gerade vor dem Beginn des Mobilfunkbooms: In einem 1000-seitigen Fachbuch wird festgestellt, dass

  • der Einfluss elektromagnetischer Felder Veränderungen in allen Körpersystemen einschliesslich Nerven-, Endokrin-, Herzmuskel-, Blut-, Immun- und Reproduktionssystem auslösen kann;
  • die in jedem Gewebe oder System auftretenden Effekte vom Typ des Feldes [elektrisches oder magnetisches Feld; elektromagnetische Strahlung] weitgehend unabhängig sind.

Der Autor betrachtet «den Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Krankheit als bewiesen, trotz der Tatsache, dass viele wichtige Einzelheiten noch ungeklärt sind.»

Funkdienste: gepulst oder ungepulst?

Radar war schon immer gepulst, weil man zur Ermittlung der Entfernung des Zielobjekts die Laufzeiten von Einzelimpulsen misst, die vom Zielobjekt reflektiert werden. Dagegen waren oder sind LW-, MW-, KW- und UKW-Radio sowie der frühere analoge Mobilfunk (Natel C; CT1+ Schnurlostelefon) nicht gepulst, und die schwache Pulsung der analogen Fernsehstrahlung ist vernachlässigbar. Seit 1992 sind nun aber die digitalen Funkdienste wie GSM, DECT, WLAN, Bluetooth, DAB (digitales Radio) und TETRA (nicht in der Schweiz) gepulst. Warum? – Die Kapazität der Frequenzbänder, die den einzelnen Funkdiensten amtlich zugeteilt sind, genügte dem zunehmenden Funkverkehr immer weniger. Man konnte nun die Kapazität erhöhen, indem man jeden einzelnen Frequenzkanal mehrfach nutzte. Beim GSM-Mobilfunk zum Beispiel gelingt dies dadurch, dass die Mobilgeräte (Handys) ihre Datenmengen in lauter Einzelimpulse packen. Die Einzelimpulse von bis zu 8 Handys werden auf demselben Frequenzkanal in starrem Takt im Turnus nacheinander gesendet. So entsteht die streng periodisch getaktete oder gepulste Strahlung, wie sie meist genannt wird (siehe unten).

Figur: Gepulste Strahlung des GSM-Mobilfunks; Darstellung eines einzelnen Frequenzkanals. Der Sender kann auf diesem Frequenzkanal mit bis zu 8 Handys gleichzeitig kommunizieren, indem die den Handys Nr. 1 bis 8 zugeordneten, mit den Gesprächs- oder Informationsdaten "gefüllten" Impulse nacheinander gesendet werden.

Warum ist gepulste Strahlung aggressiver als ungepulste Strahlung?

Elektrizität existiert nicht nur ausserhalb des Menschen, sondern auch innerhalb seines Organismus. Aus dem neurologisch-zellbiologischen Blickwinkel ist der Mensch ein bioelektrisches Wesen. Auf dieser Tatsache basiert zum Beispiel das Elektroenzephalogramm (EEG), mit welchem die Gehirnwellen gemessen werden. Und ausgerechnet im Bereich der Gehirnwellenfrequenzen (1 bis 30 Hz) liegen heute die praktisch überall gegenwärtigen Pulsfrequenzen des GSM-Mobilfunks und des WLAN-Computerfunks! Mehrere Wissenschafter sehen darin einen wesentlichen Faktor für die Gesundheitsschädlichkeit von Mobilfunkstrahlung. – Der direkte Eingriff von Funkwellen in die elektrischen und magnetischen Vorgänge innerhalb beziehungsweise zwischen den Zellen (das Grundphänomen der Einwirkung elektromagnetischer Strahlung auf den Organismus!) wird hier nicht behandelt. Das vorliegende Informationsblatt befasst sich vor allem mit dem Aspekt der Pulsung.