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Lloyd's zur Übernahme von Mobilfunkrisiken bereit

07.11.2007

Lloyd’s zur Übernahme von Mobilfunkrisiken bereit
Quelle: Lloyds, 22. Oktober 2007
Übersetzung: Evi Gaigg; Diagnose-Funk

Mobiltelefone sind nun schon so in unser tägliches Leben integriert, dass der Gedanke daran, ohne sie zu leben, unmöglich ist. Geschäftlich und privat hat die Mobilfunktechnologie unsere ganze Lebensweise verändert.

Was würde also, sagen wir, in 20 Jahren geschehen, wenn der Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern (EMF), wie sie von Mobiltelefonen erzeugt werden, mit einer höheren Krankheitsanfälligkeit bewiesen wäre? Wie würden sich Londons Versicherer davor schützen, ohne den später beeinträchtigten Versicherungsnehmern, die Tore für zukünftige Forderungen zu öffnen?

Die Zahl der Berichte über die Telekommunikation und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit ist sehr gross und die Studienergebnisse sind oft widersprüchlich. Da die Technologie noch relativ neu ist, ist die Beurteilung der Effekte bei Langzeitgebrauch eines Mobiltelefons komplex und die Resultate sind nie sicher.

Gemäss dem laufenden, von der Regierung unterstützten Bericht durch die Mobile Telecommunications und das Health Research (MTHR)-Programm, können Mobiltelefone nicht mit irgendeinem biologischen oder negativen Gesundheitseffekt im Zusammenhang stehen. Der 8.8-Millionen Pfund teure Bericht war der umfangreichste seiner Art in Grossbritannien.

Ungeachtet dessen haben nach Berichten europaweit Lehrer ein Verbot von drahtlosen Netzwerken in den Schulen verlangt. Und eine Gruppe, die an der Interphone-Studie teilgenommen hatte, die den Mobiltelefongebrauch von 7000 Leuten mit Tumoren und einer ähnlichen Anzahl in 13 Ländern vergleicht, Grossbritannien inbegriffen, hat darauf hingewiesen, dass da ein Zusammenhang besteht. Die Publikation des Berichtes wird von der Lyon-unterstützten International Research on Cancer (Internationale Krebsforschung) für nächstes Jahr erwartet.

Guy Malyon, der Leiter der Unfallversicherer für Aon Global, sagte: „Es gibt eine grosse Debatte über die Effekte, die elektromagnetische Wellen erzeugen können. Hauptsächlich dreht es sich um die gleichen Voraussetzungen, wie seinerzeit beim Tabak - einige lassen darauf schliessen, dass Raucher im jüngeren Alter sterben, aber es ist sehr schwierig, beides miteinander in Verbindung zu bringen, obwohl heutzutage nur wenige Leute Gesundheitsrisiken durch Rauchen anzweifeln.“

Er sagte, die Versicherer bewerten das Vorhandensein von möglichen schädlichen Auswirkungen industriespezifisch und schätzen sie entsprechend ein. „Es gibt Märkte, die die Deckung für die Telecom übernehmen, die Körperverletzung und Schaden am Eigentum beinhalten und solche, die das nicht tun. Jede Seite wird alle Informationen, die darüber bekannt werden, bekommen. Es ist schwierig, zu beweisen, dass ein elektrischer Masten Schädigungen verursacht, je näher man bei ihm wohnt.“

Jon Upshall, der Direktor des Unfallversicherers Aon Global, der auf dem Gebiet des Telecom- und Medienbereichs spezialisiert ist, fügte hinzu: „Die anhaltende Debatte darüber, ob eine kausaler Zusammenhang zwischen EMF-Emissionen und Leukämie mit der gegenwärtigen wissenschaftlichen Beweiskraft existiert, lässt darauf schliessen, dass es keinen Zusammenhang gibt.“

Jedoch bleibt die Möglichkeit, dass ein realer Zusammenhang bewiesen werden könnte. Malyon sagte: "Es gibt nicht viele EMF Schadensansprüche dazu, aber die Sorge, dass es die nächste grosse Sache werden könnte. Man befürchtet in den USA, dass Schadensersatzkläger das Verfahren der Sammelklage benutzen könnten, um mit EMF verbundene Prozesse anzustrengen, in der Art, wie sie es früher in Sachen Tabak und anderen anerkannten Gesundheitschädigungen getan haben.

"Etwas Ähnliches könnte es mit Mobiltelefonen geben. Wer weiss: sie könnten dazu gezwungen werden, in Zukunft Warnungen auf den Mobiltelefonen herauszugeben, um Gerichtsverfahren in der Zukunft vorzubeugen."


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