Antenne als Risikoherd

28.11.2007

Antenne als Risikoherd [111 KB]
Beobachter 24/2007

Also doch: Die Nähe zu Handyantennen macht Kälber krank, wie eine neue Studie der Uni Zürich zeigt. Nun fordert ein betroffener Bauer Schadenersatz von Mobilfunkanbieter Orange.

In seinem Stall kamen viele blinde Kälber zur Welt: Hans Sturzenegger


S
onderbares spielte sich im Stall des Winterthurer Bauern Hans Sturzenegger ab, seit Orange auf dem Dach eine Handyantenne in Betrieb genommen hatte: Innert sieben Jahren kamen auffällig häufig blinde oder halbblinde Kälber zur Welt. Sie hatten einen so genannten nuklearen Katarakt, eine Art grauer Star. Zudem gab es immer wieder deformierte oder tote Kälber.

Jahrelang versuchte sich der Landwirt mit zahlreichen Gutachten beim Mobilfunkbetreiber Orange Gehör zu verschaffen. Doch dieser wollte nichts davon wissen, dass seine Antenne auf dem Scheunendach an den kranken Kälbern schuld sein könnte. Trotzdem baute Orange vor mehr als einem Jahr die Antenne ab, wie der Beobachter damals berichtete (Nr. 25/06). Angeblich wurde der Standort nicht mehr benötigt.

Was Sturzenegger seit Jahren vermutet, bestätigt nun der Tiermediziner Michael Hässig von der Uni Zürich in einer Studie. Er untersuchte schweizweit 253 zufällig ausgewählte Kälber auf die Augenkrankheit und überprüfte, ob die Muttertiere und die Kälber in der Nähe von Mobilfunkantennen gehalten wurden. «Die Resultate zeigen einen Zusammenhang zwischen den Katarakt-Kälbern und der Sendeleistung der nächstgelegenen Mobilfunkantenne sowie der Gesamtleistung der umliegenden Antennen», so Hässig: Ob aber die Ursache für die Krankheit tatsächlich bei den Antennen liege, bleibe offen.

Sturzenegger will jetzt für die kranken Kälber und Kühe der letzten Jahre Schadenersatz. Dazu hat er nun mit seinem Anwalt rechtliche Schritte eingeleitet.

Lesen Sie hierzu die Studie

Nukleärer Katarakt bei neugeborenen Kälbern [52 KB]
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