Einleitung
“Die am schnellsten wachsende Umweltbelastung in der heutigen Umgebung ist wohl die der elektromagnetischen Felder, einschliesslich der Hochfrequenzstrahlung.“
Aus „Microwave and Radiofrequency Radiation Exposure: A Growing Environmental Health Crisis?“ Cindy Sage,
Umweltberaterin, Mitglied der Bioelectromagnetics Society [1].
Ein schrilles Signal zerreisst Ihren Traum, als die Funkuhr den neuen Tag ankündigt. Sie greifen das neue UMTS-Handy auf dem Nachttisch und haben sich gerade die Xybernaut-Mobilfunk-Armbanduhr angezogen, als der Quix-Pager schon das erste mal abgeht. Während Sie die funk-gesteuerte Jalousie hochfahren, melden sich die neusten SMS auf ihrem coolen Smartphone, und Ihr Kind nimmt soeben die wireless Playstation in Betrieb. Beim Frühstück suchen sie ihr PDA und rufen die Börsenkurse über Cityruf ab, während Sie auf Ihren kabellosen Lautsprechern Radio hören. Sie steigen danach, mit einem Bluetooth am Ohr, in Ihr Auto, womit sie sich nun aus dem Netzwerk-Kontext Ihrer Wohnung fortbewegen, jedoch über IP-Routing im Public- und Local Area Network mit Ihrem mobilen Notebook permanent am Internet bleiben können, bis sie Ihren Access Point im Büro erreicht haben, wo bereits Ihr schnurloses DECT-Telefon ringelt…
Es piepst und ringelt überall - Mobilfunk wurde zur ultimativen „neo-necessity“ unserer Gesellschaft im „elektromagnetischen Zeitalter“. Allein in Zürich stehen hierfür bereits über 400 Antennen. Die Strahlenbelastung in Wohngebieten hat sich im Mobilitäts-Boom etwa verfünffacht, und die Zahl der weltweiten Handynutzer beträgt im Jahr 2005 etwa 1.6 Milliarden [2].
Wir leben unter einer totalen Funkberieselung - und permanent kommen neue Anwendungen dazu. Der Vorteil: Man riecht es nicht, sieht es nicht und hört es nicht – was soll es uns dann schaden?
In farbenfrohen Hochglanzbroschüren erklären uns die zahllosen („kritischen“) PR- und Forschungsinstitute der Mobilfunkindustrie, dass die Mikrowellenstrahlung keine relevanten Auswirkungen auf unsere Gesundheit hätte. Als dutzende Studien in den 90ern zum Schluss kamen, dass auch Radio und TV-Sender die Krebsraten in die Höhe treiben, hatte keiner der Auftraggeber besondere Lust diese zu publizieren. Die Berichte verstauben in Bibliotheken und werden am liebsten verschwiegen. Dringt hin und wieder einmal eine Studie mit gegenteiligen Resultaten bis zur Öffentlichkeit durch, so betonen unsere Bundesämter typischerweise „Diese Studie ist die erste von der ich gehört habe“ [3], und Industrieforscher kommentieren nach Lehrbuch der internationalen Krisenmanager „Die Untersuchung ist interessant, wirft aber mehr Fragen auf als sie beantwortet“ [4].
Doch wer bleibt in diesem Interessensgeflecht überhaupt noch kritisch? Etliche Branchen nutzen hochfrequente Strahlung: Nicht nur die Mobilfunkindustrie, sondern auch die staatliche SRG mit Radio und Fernsehen, oder unser Militär durch den Einsatz des RADAR. Hier tantzt man um das goldene Kalb – doch wer wird es jemals schlachten? Und welcher Forscher darf hier noch den Abschlussbericht ohne den Auftraggeber schreiben? Der Journalist ist daher verunsichert – er weiss
selber nicht mehr welchem „Wissenschaftler“ er noch trauen soll – dem Industriellen, dem verfilzten Beamten oder dem kritischen „Exoten“. Fest steht: Je mehr die Wirtschaft „funkt“ desto schwieriger wird eine Aufklärung. Die Verharmlosung des „Elektrosmogs“ hat daher bereits Geschichte. Prof. Dr. Wolfgang Löscher von der Deutschen Tierärztlichen Hochschule Hannover traf den Nagel auf den Kopf, als er in der ‘Süddeutschen Zeitung’ im Mai 1997 [5] sagte:
„Keine Firma der Welt entwickelt ein Arzneimittel, dass bei Versuchstieren Krebs auslöst, und sagt dann, wie das Bundesamt für Strahlenschutz, die Handyhersteller und die Mobilfunkindustrie, das werde beim Menschen schon nicht auftreten.“
Doch der Fall Asbest hat den grossen Versicherungen gezeigt: Es dauerte nicht weniger als 70 Jahre, bis die Gefährlichkeit der Faser nach Publikation der ersten alarmierenden Studien auch hierzulande anerkannt wurde [6]. Aus diesem Grund haben sie auch kürzlich den Versicherungsschutz für Langzeitschäden durch Mobilfunkstrahlung aufgehoben [7]
Das Risiko ist zu gross, sagen die Versicherungen, und der Kassensturz doppelt nach: „Wer wirklich wissen will, wie gefährlich neue Techniken sind, fragt am besten die Versicherung“ [8].
Abgesehen von den zum Teil sehr deutlichen wissenschaftlichen Studien liegen Schäden durch Mobilfunkantennen auch vor unseren Haustüren vor: Diverse Elektrosmogverbände zählen bereits europaweit über 60 Häufungen von Krebs und schweren Erkrankungen um Mobilfunksender [9]. Allein in Deutschland kämpfen daher bereits rund 12'000 Bürgergruppen gegen Mobilfunkantennen. Auch in der Schweiz kämpft das Volk verbissen gegen das Bündnis von Industrie und Regierung: Am 4. Juli 2004 bestätigte der Swisscom-Sprecher Josef Huber in der Sonntags-Zeitung:
„Gegen praktisch jede Anlage wird Einsprache eingereicht“.
Doch das interessiert offenbar kaum jemanden in den Teppich-Etagen. Denn dort ist die SICTA, der Verband der Mobilfunkbetreiber, kräftig am „einseifen“: Zur Not mit 27-seitigen Broschüren über unseren „sanften Mobilfunk“, welche kürzlich im Parlament verteilt wurden. Und damit nichts schief geht vermitteln die PR-Institute zeitgleich unseren Redakteuren auf „Medienworkshops“, dass der Bürger bloss von „diffusen Ängste“ getrieben wäre, die es nun auszuräumen gebe – mit Hilfe von willigen „Wissenschaftlern“. Als einige Stadtregierungen in Dänemark keine UMTS-Antennen mehr aufstellen wollten, bemerkte der Wissenschaftsminister Helge Sanders vollkommen „wissenschaftlich“ [10]:
„Ich habe keinen Zweifel, dass wir die öffentlichen Bedenken zerstreuen können.“
Während er dieses hehre Ziel äussert, melden die Statistiken zeitgleich, dass bereits jeder sechste Schweizer unter chronischen Schmerzen leidet [11], oder dass die Zahl der Diagnosen für psychische Krankheiten und Krankheiten am Nervensystem seit dem Drahtlos-Boom massiv steigt. Obwohl wissenschaftliche Studien u. a. exakt solche Zusammenhänge gefunden haben, werden sie vom „Bundesamt für Krankheit“ [12] nicht ernst genommen und in Abrede gestellt. Stattdessen laufen immer mehr sog. „Therapie-Resistente“ von einem Arzt zum anderen – und enden in der „Schmerzklinik“. Dr. George Carlo, der Chef des Projektes „Wireless Telecommunication Research“, des bisher weltweit grössten nationalen Forschungsprojektes über die Auswirkungen des Mobilfunks, schrieb nach Abschluss des 6-jährigen Programms in seinem Buch [13] zusammenfassend:
„Die Regulierungsbehörden haben nicht reguliert. Die Aufpasser haben nicht aufgepasst. Die Redakteure haben nicht recherchiert. Die Wissenschaftler haben, ihre Objektivität verlierend, weiterhin bei der Industrie unterschrieben und haben versagt der Wissenschaft zu folgen.
…Und die Industrie schwelgte in Profiten.“
Das Projekt spricht für sich: Die US-Amerikanische Umweltbehörde hat die Ergebnisse bis heute nicht publiziert.
Es ist wie damals beim Katalysator: Die umweltfreundlichen und emmissionsarmen Mobilfunk-Konzepte liegen in der Schublade, doch man spendiert das Geld lieber in die Bekämpfung der Umweltschutzorganisationen…
Klingt alles unglaublich? Wir arbeiten daran Ihnen bald neue, nach hohen Massstäben recherchierte Dokumente zur Verfügung zu stellen. Und urteilen Sie nicht zu früh - Je mehr Sie lesen, desto klarer wird die Dimension des Problems werden. Sie werden erstaunt sein. Wir wünschen Ihnen trotz allem viel Spass dabei. Ganz nach dem Motto des Vereins: „Nubila Pello“ – Lateinisch für „lichte den Nebel“.
Beste Grüsse, ihre diagnose-funk
[1] Siehe auch http://www.sfms.org/sfm/sfm301h.htm oder http://www.silcom.com.
[2] Siehe http://www.pole.com.ru/conference/conference_eng.htm
[3] Mirjana Moser vom Bundesamt für Gesundheit in der Sonntagszeitung am 4. Juli 2004.
[4] Der holländische Mediziner Hans Evers am 30. Juni 2004 im FACTS.
[5] Aus www.maes.de/ZITATE-1.pdf
[6] Siehe auch http://www.bumc.bu.edu/SPH/Gallery/monograp.html.
[7] „Handys verunsichern Versicherer“, Tages-Amzeiger, 29. Jan. 04.
[8] Kommentar vom Redaktionsleiter des Kassensturz, Hansjörg Utz, im Saldo Nr. 3, 18. Feb.
2004.
[9] Siehe diverse Meldungen auf www.elektrosmognews.de
[10] In der Kopenhagen Post am 3. November 2004, auf http://www.cphpost.dk/get/68510.html.
[11] “Gut jeder Sechste leidet Schmerzen”, Tages-Anzeiger, 3. Nov. 2003.
[12] Evi Gaigg von der GIGAHERZ in einer Kritik zum Bundesamt für Gesundheit. www.gigaherz.ch.
[13] Dr. George Carlo & Martin Schram, „Cell Phones – Invisible Hazards in the Wireless Age“,
Carrol & Graf Publishers, New York 2001.

